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Leben & Leiden im Lockdown: Abstinenter Albert Pohl auf dem Weg zum Hungerhaken

Alexander Hebenstreit, 28.03.2021

Leben & Leiden im Lockdown: Abstinenter Albert Pohl auf dem Weg zum Hungerhaken

Böse Zungen behaupten, sein Durst nach Bier ist noch größer als sein Hunger auf Tore. Doch durch Lockdown und eine Wette zur Weihnachtszeit musste Albert Pohl wochenlang sogar auf beides verzichten. Immerhin ist die Zeit, in der er sich mit alkoholfreiem Bier über Wasser halten musste, nun überstanden. Nur wann die Fußballschuhe wieder entstaubt werden können, steht noch immer in den Sternen.


Wie vertreiben sich eigentlich die Kicker des FSV Schleiz die momentane Zwangspause, in der der organisierte Sportbetrieb völlig brach liegt? Das und mehr erfahrt ihr in unserer kleinen Serie Leben & Leiden im Lockdown, in der eine Reihe schwarz-gelber Akteure in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen zu Wort kommen. Heute ist Angreifer Albert Pohl an der Reihe.

 

Als du im Sommer zum FSV zurückgekehrt bist, war einer der Gründe, dass du beruflich stärker eingespannt bist und nicht mehr ganz so viel Zeit für den Fußball aufbringen kannst. Kommt da die aktuelle Pause gar nicht so unrecht, um fleißig Überstunden zu sammeln, die du später zugunsten des Fußballs abbummeln kannst?
Ja, so hatte ich mir das vor einem Jahr vorgestellt. Irgendwie war ich dann trotzdem recht häufig am Fasanengarten. Meist mussten hier zwar jegliche andere Freizeitaktivitäten dran glauben, aber man kann den Dicken vorn nicht alle Tore schießen lassen 😅
In den fußballfreien Monaten habe ich dann schon viel Zeit auf Arbeit verbracht. Dabei wäre es auch zu der einen oder anderen Planungsschwierigkeit in Sachen Spiel und Kabinenfeier gekommen. Trotzdem hätte ich es wohl immer irgendwie hinbekommen auf dem Platz und in der Kabine zu stehen. Da diese Situation in absehbarer Zukunft nicht wirklich anders wird, kann ich hier wohl auf die angesammelten Überstunden verzichten und würde lieber sofort wieder die Fußballschuhe schnüren.
 
Du bist ein Spieler, der ganz besonders von seiner Athletik lebt. Jetzt gab es aber schon fünf Monate keine einzige Trainingseinheit. Hast du Bedenken, dass du hinsichtlich deiner Physis abbauen könntest?
Was die aktuelle Ausdauer und Fitness betrifft habe ich schon ein paar Bedenken, sollte es sofort wieder scharf in Sachen Punktejagd gehen. Mir fehlt momentan offen gesagt die Motivation regelmäßig und nachhaltig meinen Körper zu bewegen. Man hat einfach kein Datum, an dem man ein Ziel fest machen kann. Trotzdem habe ich hier für den Restart keine Bauchschmerzen. Erfahrungsgemäß fällt mir der Umschwung auf „Angriff“ leicht.
Zudem kann mein Körper ungewollt ein paar aktuelle Umstände nutzen. Alkoholische Abstinenz seit Jahresbeginn durch eine dumme Wette in der Weihnachtszeit und den Wegfall des Fitnessstudiobesuchs haben sich förderlich ausgewirkt. Dadurch verliere ich in solchen Zeiten eher an Gewicht. Den Trainer wird’s freuen: 7 kg runter seit Lockdownstart
😉
 
Kein Fußball, kein Fitnessstudio und nicht mal hier und da ein gemütliches Bierchen ... Womit verbringst du denn aktuell noch deine Freizeit?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Eigentlich immer das, wonach mir in den Momenten der Kopf steht. Natürlich trifft man sich in solchen Zeiten oft mit einem kleinen Kreis an Freunden und trinkt das eine oder andere (alkoholfreie) Bier oder einen Kaffee. Viel mehr kann und will ich auch in den Zeiten des Lockdowns nicht unternehmen. Einen Lichtblick gibt es: Seit dieser Woche ist der Griff zur Flasche wieder erlaubt.
 
Im Zusammenhang mit einer möglichen Saisonfortsetzung wurde bekannt, dass der FSV Schleiz als eine von nur vier Mannschaften keinen Aufstiegsverzicht angemeldet hat. Ein Vorschlag in dem Zusammenhang war eine Playoffrunde der „Aufstiegswilligen“. Auch wenn es nur Gedankenspiele sind: Was hältst du von der Idee von möglichem Oberligafußball am Fasanengarten?
Also die Idee des Aufstiegs finde ich von gar nicht so weit hergeholt. Natürlich hat uns die anfängliche Euphorie getragen, aber wir stehen trotzdem nicht ohne Grund auf dem dritten Tabellenplatz. Ich bin mir sicher, dass wir dieses Niveau hätten halten können. Vielleicht wäre sogar eine Verbesserung an ein, zwei Stellen durch die wachsende Erfahrung in der Thüringenliga möglich gewesen.
Als ich von der Idee der Aufstiegsrunde erfuhr, entfachte dies bei mir wahnsinnige Motivation und Vorfreude auf die Spiele, die da vor uns ständen. Man stelle sich nur mal kurz vor, welche Kracher da am Fasanengarten gespielt würden. Geschehe dies noch unter normalen Voraussetzungen, will ich hier gar keine Prognose über Zuschauerzahlen und Kabinenfeiern abgeben.
Aber: „Wäre, wäre Fahrradkette.“ Durch die aktuell aufgekommenen Bestimmungen wird es eh zu keiner sportlichen Lösung um den Aufstieg kommen.
 
Rechnest du denn damit, dass im Sommer eine neue Saison beginnen kann, die dann endlich wieder abläuft wie immer, oder bist du auch in der Hinsicht skeptisch?
Aktuell ist es schwierig hier eine Aussage zu treffen. Da müssen wir die nächsten Wochen und Monate abwarten. Ich gehe aber leider davon aus, dass auch die nächste Saison zwar wie gewohnt begonnen wird, dann aber nicht zu Ende gebracht werden kann. Hier bringt es nichts Augenwischerei zu betreiben.
Im Moment ist das auch zweitrangig. Ich will endlich wieder mit den Jungs auf dem Platz stehen und die gewohnten Späße, Sticheleien und manch atemberaubende technische Finesse erleben
😉. Die momentane Situation zeigt mir wieder einmal, wie wichtig dieser Faktor in unseren Breitengraden ist, was wir für eine geile Truppe und ein allgemein spitzen Vereinsleben wir beim FSV haben. 

 

Weitere Teile der Serie:

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