1.Mannschaft : Spielbericht
5. Spieltag - 20.09.2025 14:00 Uhr
| FSV Schleiz | 1. FC Eichsfeld | |||
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1 | : | 2 | ![]() |
| (0 | : | 2) | ||
Aufstellung
| A. PohlC (85' M. Saß) |
C. Pätz (58' P. Dorn) |
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| T. Bamba | J. Mendes (46' L. Beyer) |
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| O. Petzold (46' A. Hoyer) |
T. Sluga | ||
| E. Sá (69' K. Ovsiannikov) |
M. Berger | ||
| N. Eichelkraut | T. Schulz | ||
| L. Groh | |||
Spielstatistik
Tore
Kyrylo OvsiannikovAssists
Tidjane BambaGelbe Karten
Elton Marciano Sá, Tim Schulz, Christian Pätz, Andre HoyerZuschauer
185Torfolge
| 0:1 (21') | 1. FC Eichsfeld |
| 0:2 (25') | 1. FC Eichsfeld |
| 1:2 (79') | Kyrylo Ovsiannikov (Tidjane Bamba) |
1:2 gegen den 1. FC Eichsfeld: Und wöchentlich grüßt der Chancentod
Um es gleich vorwegzunehmen: Mit dem im Titel erwähnten Chancentod ist kein einzelner Schleizer Akteur gemeint. Vielmehr ist der Gevatter auch in dieser Saison ein scheinbar allgegenwärtiger Begleiter, der den Schwarz-Gelben eine (sehr) gute Torchance nach der anderen raubt.
Die Abschlussschwäche dominiert auch Roger Fritzschs Einschätzung der Partie: "Wir waren wieder nicht in der Lage unsere Großchancen zu nutzen und wenn man aus dieser Qualität an Möglichkeiten keine Tore erzielt, kann man gegen keine Mannschaft in dieser Liga bestehen – und erst recht nicht gegen den Spitzenreiter aus dem Eichsfeld."
Der siegte also und behauptete seinen Platz an der Sonne. Eine Wiederholung des Sensationserfolges aus der Vorsaison, als der FSV Schleiz im Eichsfeld mit einem überraschenden 1:2 den Klassenerhalt perfektmachte – das Kabinenfoto nach diesem kollektiven Kraftakt ziert in dieser Spielzeit übrigens die Eintrittskarten am Fasanengarten –, gelang also nicht.
Dasselbe Ergebnis gab es nun wieder, wobei Heim- und Gastmannschaft nun blöderweise getauscht worden waren. Einzig der unter der Woche vorgestellte Neuzugang Kyrylo Ovsiannikov traf aber für die Schleizer an diesem 20. September nach Bamba-Vorlage zum Anschlusstreffer (79.). Daraus ergaben sich zwar Hoffnung und eine spannende Schlussphase, am Ende jedoch nichts Zählbares für die Hausherren.
Der Ukrainer nutzte so als Einziger seiner Mannschaft eine der zahlreichen Großchancen. Für Stürmer Pohl ergab sich schon nach wenigen Minute die Möglichkeit zur Führung, er setzte seinen Heber aus einem Zweikampf heraus aber knapp über den Kasten. Kurz darauf zog Sluga seinen Freistoß von der Strafraumgrenze über die Mauer, aber leider auch nur an die Latte.
Und die Gäste? Die übernahmen nach diesen beiden Weckrufen die Spielkontrolle, indem sie mit zwei schnellen Treffern eindrucksvoll das demonstrierten, woran es den Rennstädtern derzeit mangelt: Eiseskälte, Präzision, Momentum und auch ein Stück Glück im Abschluss: Erst wurde der zwölf Meter vor dem Tor völlig alleingelassene Jakobi punktgenau bedient und traf durch Grohs Hosenträger zur Führung (21.), dann schlenzte Rink das Leder nach einem flinken Haken in den Knick (25.). Kurz. Schmerzlos. 0:2.
Die im Durchschnitt 22 Jahre alte Gästeelf, die auf die erfahrenen Pichinot, Wohlfeld und Göbel verzichten musste und zudem im Sommer Ex-Kapitän Engelhardt verlor, zeigte nun ihre trotz jungen Alters bemerkenswerte Abgeklärtheit und ließ den Ball gut laufen. Stets anspielbarer Dreh- und Angelpunkt war der 20-jährige Kapitän Sachs. Mit dem Zwei-Tore-Rückstand der Gastgeber ging es in die Pause.
Roger Fritzsch setzte die Endresultate seiner Mannen in der Vergangenheit immer und immer wieder ins Verhältnis zu den zahlreichen fehlenden Akteuren. Als er die Startformation – übrigens dieselbe wie in der Vorwoche, was es in der vergangenen Spielzeit kein einziges Mal gab – früh im zweiten Durchgang durch die drei Rückkehrer Hoyer, Beyer und Dorn veränderte, wurde erkenntlich, warum! Schleiz drückte auf den Anschlusstreffer.
Paul Dorn (links) gab sein Pflichtspieldebüt für den FSV Schleiz. Foto K. Müller
In der 59. Minute hätte Paul Geißler, der weiter auf seine erste tadellose Schiedsrichterleistung am Fasanengarten warten muss, dann aber auch abpfeifen können. Denn wenn das Spielgerät auch bei einer solchen Möglichkeit, wie sie Schleiz' Eichelkraut nach gut einer Stunde hatte, nicht seinen Weg über die Torlinie findet, weiß man, dass da heute gar nichts mehr geht: Nach einem Kopfball-Querpass vor dem Tor griff Eichsfeld-Schlussmann Wistuba neben den Ball. Aus eineinhalb Metern bugsierte der überraschte Schleizer Abwehrhüne die Murmel übers Tor statt in die Maschen. Die Arme der Mitspieler schnellten ungläubig hinter den Kopf, Eichelkraut selbst sackte zusammen und wäre vor knapp 200 Zuschauern wohl am liebsten im Erdboden versunken.
Doch das ging zum Glück nicht. So fuhren die Rennstädter weiterhin (zunächst) zu elft mit ihren Comeback-Bemühungen fort. Pohl setzte wenig später seinen Abschluss aus zentraler Position übers Tor. Eine knappe Viertelstunde vor dem Spielende folgte dann Ovsiannikovs Treffer, dem sich aber kein weiterer anschloss.
Schlusspunkt der Partie war die rote Karte, die FSV-Schlussmann Groh wegen einer Notbremse an Wiesner sah, als dieser auf dem Weg zur Eckfahne einen Knotakt clever annahm. Marco Saß parierte als Interimsgoalie noch den platzierten Freistoßversuch Jakobis und dann war Schluss.
Während der 1. FC Eichsfeld seinen Platz an der Sonne behauptete, setzte es für den FSV Schleiz wieder eine vermeidbare Niederlage mit einem Tor Differenz (zur Tabelle). Auch das entwickelt sich langsam zur immer gleichen Leier, doch wir sind zuversichtlich und hoffen, dass diese sich wie die Ausfall-Thematik entwickelt: Dass nach und nach alles gut wird und der FSV Schleiz dann wieder mit voller Power zeigen kann, was in ihm steckt – auf dem Platz und auf der Anzeigetafel!
Den ersten Anlauf zu dieser Trendwende nehmen die Schleizer gleich am kommenden Samstag (27. September) ab 15:00 Uhr beim Auswärtsspiel im Stadion am Steg bei der BSG Wismut Gera!
Quelle: Leif Broßmann (Bericht) | Thomas Quentin & Kimi Müller (Fotos)

