1.Mannschaft : Spielbericht
13. Spieltag - 04.04.2026 16:00 Uhr
| SV Borsch 1925 | FSV Schleiz | |||
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2 | : | 1 | ![]() |
| (0 | : | 0) | ||
Aufstellung
| A. PohlC | |||
| C. Pätz | T. Schulz | ||
| D. Langer | P. Schier (90' K. Lorenz) |
||
| A. Nukovic | |||
| E. Sá | L. Broßmann | ||
| T. Bamba | N. Eichelkraut | ||
| A. Weiß | |||
Spielstatistik
Tore
David LangerGelbe Karten
Elton Marciano Sá, Christian PätzGelb-Rote Karten
Tidjane Bamba (79')Zuschauer
200Torfolge
| 0:1 (63') | David Langer |
| 1:1 (80') | SV Borsch 1925 |
| 2:1 (83') | SV Borsch 1925 per Elfmeter |
Surreale Spielleitung sondergleichen: Niederlage im Nachholer beim SV Borsch
Am Ostersamstag 2026 machten sich die Thüringenligafußballer des FSV Schleiz in Richtung Hessen auf. Unmittelbar vor der Landesgrenze endete ihre Reise im Sportpark An der Ulster in Geisa, der Heimstätte des SV Borsch 1925. Dort stand die nachzuholende Partie des 13. Spieltags auf dem Programm.
In dieser zeigte der FSV Schleiz eine den Umständen entsprechend ordentliche Leistung: Aufgrund eines holprigen Rasenplatzes und eines absolut unbequemen Gegners sprang am Ende kein Fußballleckerbissen heraus, doch ließen die Rennstädter speziell im zweiten Durchgang eigentlich nichts wirklich Gefährliches zu; die Ausfälle von Jünger, Hoyer, Dorn und Mendes ersetzte Trainer Roger Fritzsch nach dem vorwöchigen 4:0-Erfolg positionsgetreu mit Weiß, Broßmann, Am. Nukovic und Schier.
Zum Mann des Spiels sollte aber kein Schleizer avancieren – und auch kein Borscher. Stattdessen war nach dem Abpfiff zwischen beiden Seiten Schiedsrichter Wolfgang Gäbler das Gesprächsthema Nummer eins. Besonders eine klare Fehlwahrnehmung und folglich -entscheidung des Sportfreunds in Diensten des FC Rot-Weiß Erfurt ließ das Pendel letztlich zugunsten der Gastgeber ausschlagen. Doch der Reihe nach...
Die Gäste starteten vielversprechend in die Partie, hatten durch einige Standards und ein sehr frühes Abseitstor von Pätz erste Chancen und klar das Oberwasser. Borsch antwortete darauf mit Körperlichkeit, kleine Nickligkeiten sollten die Schwarz-Gelben aus dem Konzept bringen. Tatsächlich egalisierte sich das Geschehen ab der Mitte des ersten Durchgangs und Borsch kam nach Freistößen und Ecken dem Weißschen Kasten ebenfalls gefährlich nah. Torlos ging es jedoch in die Pause. Die Partie hatte hier ein Stadium erreicht, in dem Nachtreten, Ellenbogen im Nacken oder das Einsteigen mit offener Sohle und gestrecktem Bein ungeahndet blieben (also nicht einmal abgepfiffen wurden). Schleiz schluckte das souverän runter, versuchte aber auch selbst dagegenzuhalten. So entwickelte sich eine ruppige Partie innerhalb der vom Schiedsrichtergespann sehr sporadisch abgestecken Linie.
Das Gegenhalten gelang den Fritzsch-Schützlingen recht akzeptabel. Und sie belohnten sich nach einer guten Stunde auch in Person David Langers mit der Führung. Einen unzureichend abgewehrten Ball versenkte der Jungspund nach kurzem Dribbling per Flachschuss aus etwa 15 Meter halblinker Position zur erlösenden Führung (63.). Fortan war das Spiel tot, obwohl beide Teams nur ein Tor trennte. Doch Schleiz ließ rein gar nichts anbrennen und hielt den SV Borsch 1925 weit vom eigenen Gehäuse fern. Nach sehenswertem Doppelpass mit Pohl hätte Am. Nukovic sogar auf 0:2 stellen können, setzte seinen Abschluss mit dem schwachen linken Fuß aber deutlich über das Tor.
Dann wurde Tidjane Bamba zur zentralen Figur. Der Youngster brannte gemeinsam mit Nicky Eichelkraut in der Innenverteidigung mal wieder ein Feuerwerk ab und ließ einen Heimangriff nach dem anderen verpuffen. Dafür wurde er von Teilen eines sehr bissigen Borscher Publikums mit Kommentaren bedacht, die alte einsame Männer in der Thüringer Provinz zum Karsamstag eben so aus ihrem Mundwerk gepöbelt bekommen. Doch mit einer abermals einwandfreien Leistung stand Bamba da drüber – leider nur nicht über die komplette Spielzeit.
Denn als er in einem Duell das Spielgerät zu den Mitspielern köpfte, ertönte plötzlich ein Pfiff. Schiedsrichter Wolfgang Gäbler war (wie er im Nachhinein erklärte) der Meinung, der Schleizer habe den Ball nicht gespielt, sondern den Gegner ausschließlich von den Beinen geholt, deutete die Aktion deshalb als Foulspiel und zeigte dem bereits verwarnten Verteidiger die gelb-rote Karte (79.). Diese glasklare Fehlentscheidung – Videoaufnahmen belegen das – schlug dem Fass den Boden aus! Und sie ließ die Partie in letzter Konsequenz kippen.
Denn nachdem der folgende Freistoß in die Mauer gesetzt wurde, fand im zweiten Anlauf eine flache Hereingabe von rechts gleich drei freistehende Gastgeber am langen Pfosten, von denen Kharin den Ball zum Ausgleich über die Linie drückte (80.). Und weil Eichelkraut drei Minuten später einen Fernschuss mit der Hand abfing, durfte Schlüsselspieler Göb seine Farben per Handelfmeter sogar noch in Front schießen (83.).
Schleiz gab dennoch nicht auf, Pohl und Pätz bekamen jedoch weder Druck noch Richtung hinter ihre Köpfbälle. Neun Minuten nach Bambas Platzverweis erhielt auch Torschütze Kharin die Gelb-Rote – da war der Käs' aber schon gegessen und die Partie gedreht.
So mussten gäbrochene Schleizer irgendwie mit einer 2:1-Niederlage zurechtkommen, ohne sich dabei irgendetwas vorwerfen lassen zu müssen (abgesehen von der mangelhaften Manndeckung beim 1:1). Leidenschaft, Kommunikation und auch das Spielen waren den Umständen entsprechend mehr als in Ordnung. Besondere positive Erwähnung hat zudem das Startelfcomeback von Staubsauger Nukovic verdient.
FSV-Coach Roger Fritzsch hat eine klare Meinung zum Spiel und dem Drumherum: "Wenn du innerhalb von nur zwei Wochen bei einem erneut etwas weiteren Auswärtsspiel wieder auf mehrere Stammkräfte verzichten musst, dann müssen wir uns als Mannschaft und als Verein wirklich fragen ob diese Liga die Richtige für den FSV Schleiz ist! Zum Spiel möchte ich unseren Jungs den größten Respekt zollen für einen guten Auftritt bei einem sehr unangenehmen, lauf- und zweikampfstarken Gegner. Wie diese sehr bittere Niederlage zustandekommt, möchte ich nicht kommentieren. Glückwunsch an den SV Borsch!"
Fritzsch unterzieht entweder die Leistung oder die Einstellung seiner Schützlinge regelmäßig einer kritischen Prüfung auf Thüringenligareife – gelesen gerade im Zitat oder auch nach dem letzten Auswärtsspiel im Eichsfeld. Wismut Gera wurde diese infolge des letztwöchigen 4:0 am Fasanengarten etwa von der Presse abgesprochen. Gibt es so etwas auch für Schiesdrichter? Sie sollten normalerweise ja dafür verantwortlich sein – das sagt der Name schon –, dass es auf dem Platz entsprechend der geltenden Regeln gerecht zugeht. Am 4. April zwischen 15:30 und 17:30 Uhr war das in Geisa nicht der Fall. Wenn man sich fünf Meter vor den Augen des Unparteiischen Wolgang Gäbler sekundenlang ans Bein des Gegners klammern kann und das nicht einmal als Foul gewertet wird, andererseits aber ein lupenreiner Kopfball eines fleißigen Verteidigers abgepfiffen, dann ein Platzverweis ausgesprochen und so die Partie gekippt wird, sind wir von Gerechtigkeit weit entfernt. Dann trifft jemand Entscheidungen, der es zumindest in diesen 90 Minuten nicht hätte tun sollen.
In diesem Sinne: Sport frei und vielen Dank an die fleißigen Auswärtsfahrer! Wir hätten euch gern mit drei Zählern belohnt.
Quelle: Leif Broßmann (Bericht) | Alexander Stich (Foto)


