Est. 1913

1.Mannschaft : Spielbericht

11Teamsports Thüringenliga
23. Spieltag - 19.04.2026 13:00 Uhr
Blau-Weiß Büßleben   FSV Schleiz
Blau-Weiß Büßleben 3 : 1 FSV Schleiz
(1 : 1)

Spielstatistik

Tore

Albert Pohl

Gelbe Karten

Tidjane Bamba, Andre Hoyer, Christian Pätz

Gelb-Rote Karten

Joao Mendes (60')

Zuschauer

84

Torfolge

1:0 (8')Blau-Weiß Büßleben per Freistoss
1:1 (14')Albert Pohl
2:1 (84')Blau-Weiß Büßleben
3:1 (85')Alexander Weiß (Eigentor)

Schleiz unterliegt Schlusslicht Büßleben nach Freistoß, Tunnler & Flutschfinger

Niederlage beim (vor der Partie) Tabellenletzten – "Was war da denn los?", werden sich einige FSV-Interessierte gefragt haben. Die Antwort lautet 'Chaos'.

Als der FSV Schleiz am 19. April beim SV Blau-Weiß Büßleben gastierte, wusste er, dass ihn an diesem 23. Spieltag nicht nur ein kleiner Platz erwartet, sondern auch ein Gegner, der Zähler braucht – egal wie. Die Heimergebnisse sprachen zudem eine klare Sprache: Die Erfurter punkteten in ihrem Wohnzimmer vor allem gegen vermeintliche Favoriten und Spitzenteams (teils dreifach), unterlagen Saalfeld und Borsch aber auch 0:3 bzw. 0:2.

So stellte Schleiz-Trainer Roger Fritzsch seine Mannen auf einen 90-minütgen Kampf um die zweiten Bälle ein und nahm den Wind aus den Schönspiel-Segeln. Und tatsächlich sollte diese Begegnung alles werden, aber kein Fußballspiel.

Büßleben begann mit bemerkenswertem Selbstvertrauen und legte den Fokus im Mannschaftssport eher auf den Wortteil 'Mannschaft'. Schon bei der Erwärmung zeigte sich das durch simultanes Klatschen und gemeinsame Liegestütze. Im Spiel selbst wurden sie dann durch Einwürfe am häufigsten gefährlich. Vor allem in der Anfangsphase zischten die den Schleizern in der Nähe ihres Strafraums nur so um die Ohren. Einer führte zu einem Foul an der Strafraumgrenze. Den fälligen Freistoß setzte Philipp Kreische aus zentraler Position perfekt in den rechten Winkel und die Gastgeber führten (8.).

Schleiz reagierte darauf stark: Mendes vergab aus spitzem Winkel zunächst noch, wenig später glich Albert Pohl per Abstauber aus (14.). Hoyer hatte den Ball zuvor beispielhaft im Gegenpressing erobert und selbst den Abschluss gesucht, den Büßlebens Schlussmann Geißler nur klatschen lassen konnte. Der Blondschopf verpasste unmittelbar nach dem Ausgleich deine Langer-Flanke und damit die Führung knapp.

Fortan dominierte der FSV Schleiz das kurzweilige Geschehen mit vorbildlichem Einsatz und schnellen Vorstößen, zunächst konnte er sich aber keine klaren Torchancen erspielen. 20 Minuten nach dem Pohl-Treffer dann ein herber Dämpfer: Torwart Max Jünger verletzte sich bei einem Abschlag ohne Gegnereinwirkung und musste ausgewechselt werden (34.). Für ihn kam Alexander Weiß aufs Feld – selbstverständlich noch vom fatalen Fehler aus der Vorwoche verunsichert. Er kam gut in die Partie, doch seine Vorderleute verloren nach der kurzen Unterbrechung die Klarheit und Zielstrebigkeit. Folglich nahmen die Einwürfe der Hausherren wieder zu. Ein Meyerscher Abschluss aus 16 Metern war kein Problem für Weiß und so ging es mit einem 1:1 in die Pause.

Aus der kamen die Hausherren wieder mit Power und einem profihaften Anstoß, gefolgt von einem weiteren Meyer-Abschluss, der erneut kein Problem für Weiß darstellte. Schleiz suchte unterdessen die Einfachheit der ersten halben Stunde, tat sich damit aber schwer, weshalb die 84 Zuschauer einen ausgeglichenen Start in den zweiten Durchgang sahen. Langer bekam aus kurzer Distanz nach Bergers Flanke keinen Druck hinter seinen Kopfball.

Nach einer Stunde dezimierte der bis dahin souveräne Unparteiische Strebinger den FSV Schleiz zu unrecht: Mendes spitzelte Quitt den Ball vom Fuß, woraufhin Büßlebens Kapitän dem Portugiesen ans Knie trat und angesichts der entstandenen Drei-gegen-drei-Situation keine Wahl mehr hatte als selbst vor Schmerzen zu schreien. Als Folge einer astreinen Fehlentscheidung stellte der Schiedsrichter Mendes wegen seiner zweiten gelben Karte vom Platz (60.).

Das gab Büßleben einen Auftrieb, der trotz der gelbroten Karte für Otto wegen eines von Pohl provozierten Foulspiels nur vier Minuten später (64.) bis zum Ende anhielt. Denn allen voran kam in dieser Phase eines ins Spiel: mächtige Hitze. Fouls häuften sich und besonders das Temperament von Bamba und Sa wurde nun systematisch herausgefordert. Sogar Heimtrainer Löwentraut verschlug es zu einem konfrontierenden Ausflug aufs Spielfeld.

Bis zur 80. Minute blieb das Spiel jedenfalls gänzlich frei von Torchancen, dann wurde Langers Versuch zur Ecke geblockt. Aus der resultierte ein Freistoß im Büßlebener Sechzehner, der nach vorn geschlagen wurde, wo der Schleizer Defensive die Sicherung fehlte. Kreische konnte sich so im Laufduell mit Schulz durchsetzen, Weiß tunneln und damit seinen Doppelpack zur Führung schnüren (84.).

Für die Kirsche auf der blau-weißen Torte sorgte dann ein Freistoß 15 Meter hinter (!) der Mittellinie, den Weiß durch die Hände an den Innenpfosten rutschten ließ, von wo aus der Ball zunächst zurück ins Feld sprang, um dann in der Hektik doch noch vom FSV-Schlussmann in die eigenen Maschen bugsiert zu werden (85.). Bemitleidenswert ist – trotz aller tabellarischen Not –, dass manche Akteure in Blau nicht in der Lage waren im Erfolg die Sportlichkeit zu wahren, sondern lieber hämisch vor den Schleizer Spielern jubelten und sogar dem Unglücksraben im Kasten ihre Freude aus 10 cm Entfernung und in c''-Dur ins Gesicht schrien.

Aber erleichternd war das für die Hausherren natürlich schon. Der 3:1-Sieg gibt ihnen Recht und drei weitere wichtige Zähler im Abstiegskampf. In diesem kassiert der FSV Schleiz seine dritte Niederlage in Folge und rutscht auf Rang neun ab. Am Freitag braucht es gegen Blau-Weiß Neustadt weit mehr als eine halbe Stunde disziplinierten Offensivfußball...


Quelle: Leif Broßmann (Bericht)

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