Freuen oder ärgern? Auf der Suche nach dem Wert des 2:2 in Königshofen
Leif Broßmann, 17.09.2026
Naja, da hatte Tim Zscherpel nach dem Abpfiff schon recht: Einen Daumen hoch haben sich die Jungs der Zweiten verdient. Dennoch spielen sie momentan mit dem Feuer. Foto: L. Broßmann
2.Mannschaft : Spielbericht
5. Spieltag - 12.09.2026 15:00 Uhr
| TSV Königshofen | FSV Schleiz II | |||
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2 | : | 2 | ![]() |
| (1 | : | 0) | ||
Aufstellung
| K. Greiner (72' A. Weidhase) |
L. Nietsch | ||
| A. Ost | P. Schier (77' C. Hofmann) |
||
| T. Zscherpel | M. Hilbert | ||
| M. Saß | M. Woitzik | ||
| L. Hein | L. LangeC | ||
| F. Wagner | |||
Spielstatistik
Tore
2x Adrian OstAssists
Tim Zscherpel, Philip SchierGelbe Karten
Adrian Ost, Kilian Greiner, Cedric HofmannGelb-Rote Karten
Lukas Lange (27')Zuschauer
57Torfolge
| 1:0 (13') | TSV Königshofen |
| 1:1 (46') | Adrian Ost (Tim Zscherpel) |
| 1:2 (74') | Adrian Ost (Philip Schier) |
| 2:2 (84') | TSV Königshofen |
Freuen oder ärgern? Auf der Suche nach dem Wert des 2:2 in Königshofen
'Dürfen wir uns freuen oder sollten wir uns ärgern?' – sicherlich fragte sich das ein Großteil der Schleizer Auswärtsfahrer nach dem Abpfiff der Partie beim TSV Königshofen am fünften KOL-Spieltag 2026/2027. Am Ende stand ein 2:2 auf der Anzeigetafel.
Ärgerlich
Ihrer Favoritenrolle konnten die Spitzenreiter aus der Rennstadt im ersten Durchgang überhaupt nicht gerecht werden. Zwar hatte Greiner nach Osts Vorarbeit nach fünf Minuten eine tausendprozentige Chance, doch er fiel am zweiten Pfosten über den flach eingegebenen Ball, statt ihn zur Führung einzuschieben. Neben zwei Saß-Versuchen nach Freistößen hatten die Schleizer in diesen ersten 45 Minuten auch keine weiteren Möglichkeiten zu verbuchen. Viel zu aufgeregt war der 'Spielaufbau' – wenn man das schlichte Schlagen langer Bälle denn so bezeichnen kann.
Keineswegs unverdient lagen da also die zunächst wesentlich griffigeren Hausherren zur Pause in Führung, erzielt durch P. Gröbe nach vermeidbaren Unstimmigkeiten zwischen den Jungspunden Wagner und L. Hein im schwarz-gelben Spielaufbau und einem strammen Hieb ins kurze Eck (12.). Generell war der TSV-Stürmer Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Königshofener. Nicht nur setzte er einen Heber nur knapp neben das Tor, er lieferte sich auch ein packendes Privatduell mit FSV-Schlussmann Wagner, in dem ihm kurz vor Schluss auch der 2:2-Ausgleich gelang.
Doch auch Gröbes Spiel(chen) ohne Ball sollten die Partie beeinflussen. Er zwang Schleiz' Kapitän Lange zu zwei Fouls und forderte jeweils fleißig die gelbe Karte. Dem gab der unsichere Schiedsrichter Hartung beide Male nach und Lange flog nach nicht einmal einer halben Stunde mit gelb-rot vom Platz (27.). Vor allem der erste Karton war zu hart und sollte die Kartengebung der Partie prägen. Denn wenngleich Hartung nahezu alle korrekt Foulspiele erkannte und abpfiff, saß seine gelbe Karte doch sehr – meines Erachtens deutlich zu – locker in seiner Brusttasche. Phasenweise war dann jedes Foulspiel automatisch gelb.
Neben den drei Stammspielern Broßmann (Verletzung), Göller (Urlaub) und Limmer (Sperre) sowie Betreuer Marschall (Krankheit) musste die Zweite also für den Rest des Spiels auch noch auf ihren Abwehrrecken verzichten. Köngishofen ging mit der Überzahl und dem platzbedingten Vorteil nach unten spielen zu dürfen aber doch recht fahrlässig um. P. Hein setzte je einen Volley- und Lupferversuch knapp neben das Tor. Mit dem 1:0 ging es in die Pause.

'Da war mehr drin', dachte sich Marco Saß hier sicherlich. Foto: L. Broßmann
Erfreulich
Schön ist aus Gästesicht dann aber doch, dass sich im zweiten Durchgang eine völlig andere Schleizer Mannschaft präsentierte. Unter dem Nutzen eine taktischen Umstellung, die Adi Ost in den Sturm beförderte, während Greiner auf die Außenbahn wich, sollten defensiv fleißige Gäste die löchrige Heimabwehr nun in Tempogegenstößen regelmäßig fordern. So fiel unmittelbar nach dem Wiederanpfiff tatsächlich auch der Ausgleich, als Schier sich über die rechte Seite auf die Grundlinie tankte und Zscherpel bediente, der wieder die Rufe Osts hörte, weiterleitere und somit das überlegt eingeschobene 1:1 auflegte (46.).
Eine Viertelstunde lang ließen die Schwarz-Gelben dann – abgesehen von einem Fernschuss durch TSV-Kapitän Linß – nichts zu und ergatterten sich dank der flinken Außenspieler die Oberhand, wobei Schier mit dem Kopf und Zscherpel per Volley aber die Präzision fehlte. Heimverteidiger Wallendorf riss das sogar zum intensiven Nachtreten gegen Saß hin, was der Schiedsrichter jedoch nicht rechtmäßig ahndete.
Schleiz antwortete fußballerisch und mithilfe der Platzneigung: Ost scheiterte zunächst noch am starken Schlussmann Liebig, konnte ihn zehn Minuten später aber überwinden, als der auffällige Joker Weidhase über die linke Seite durchbrach, den Ball am herauseilenden Liebig vorbei zu Schier spitzelte, dieser wiederum ablegte und der 18-Jährige seinen Doppempack zur Führung in Unterzahl schnürte (74.)!
Auf der anderen Seite schien Wagner sich im Privatduell mit P. Gröbe immer mehr zum Sieger zu krönen: Er parierte nach dem wohl schönsten Spielzug der Partie über vier Stationen sowie einen straffen Abschluss auf die kurze Ecke jeweils mit wahnsinnigen Reflexen. Als der Angreifer einem Schleizer Dribbler im Zentrum den Ball abluchste, selbst noch drei Gegenspieler aussteigen ließ und sein Linksschuss aus fünfzehn Metern im linken unteren Eck einschlug, musste sich auch der FSV-Schlussmann also ein zweites Mal geschlagen geben (84.).
Fazit: Positiv
Ein überragender Einzelakteur auf der einen Seite und die gemeinsame Antwort auf widrige Umstände auf der anderen Seite sorgten für zwei Doppelpacks und ein 2:2. Schleiz hat nach über einstündiger Unterzahl also einen Punkt geholt, bleibt somit ungeschlagen und auch Tabellenführer. Das ist schön, gibt Grund zur Freude und sollte auch die Gemütslage nach diesem Kraftakt bestimmen. Wie schon so oft in dieser Saison hat die Mannschaft Moral bewiesen und kam zurück.
Nichtsdestotrotz muss man sich im "Fahrerlager" beginnen die Frage zu stellen, wann man denn auch einmal von der ersten Minute an souveränen Fußball spielen möchte. Gegen Ranis, Orlatal, Neustadt und Königshofen lag man zurück. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es mal nicht gelingt das aufzuholen.
Am Samstag gastiert im Vorspiel (12:30 Uhr) die formstarke Stadtrodaer Möhre am Fasanengarten!
Quelle:Leif Broßmann

