Schleiz erfährt gegen Thüringen Weida die Brutalität des Fußballs
Leif Broßmann, 31.08.2026
Tomoya Imura (rechts) belebte im zweiten Durchgang das Offensivspiel der Schleizer und war an beiden Toren direkt beteiligt. Hier verfolgt er Weidas Kapitän Zerrenner. Foto: T. Quentin
1.Mannschaft : Spielbericht
4. Spieltag - 28.08.2026 18:00 Uhr
| FSV Schleiz | FC Thüringen Weida | |||
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2 | : | 4 | ![]() |
| (0 | : | 3) | ||
Aufstellung
| A. PohlC (69' L. Knoll) |
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| A. Hoyer | B. Langhof (46' T. Imura) |
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| J. Mendes (62' M. Kiesow) |
C. Pätz (62' M. Fedoriaka) |
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| P. Dorn | |||
| T. Bamba | M. Berger | ||
| N. Eichelkraut | T. Schulz | ||
| A. Weiß | |||
Spielstatistik
Tore
Paul Dorn, Tomoya ImuraAssists
Tomoya ImuraGelbe Karten
Tidjane Bamba, Joao MendesZuschauer
328Torfolge
| 0:1 (25') | FC Thüringen Weida |
| 0:2 (26') | FC Thüringen Weida |
| 0:3 (43') | FC Thüringen Weida per Weitschuss |
| 1:3 (71') | Paul Dorn (Tomoya Imura) |
| 1:4 (79') | FC Thüringen Weida |
| 2:4 (90+1') | Tomoya Imura per Freistoss |
Schleiz erfährt gegen Thüringen Weida die Brutalität des Fußballs
Fünf Duelle lang wartet der FSV Schleiz nun auf einen Sieg gegen den FC Thüringen Weida. Denn auch am Freitagabend des 28. August 2026 klappte es im Heimspiel am Fasanengarten vor 330 zahlenden Zuschauern nicht mit einem schwarz-gelben Erfolg.
Die Schleizer wählten dabei einen deutlich offensiveren Ansatz als noch im März dieses Jahres, in dem feinster Rennstadt-Beton am Roten Hügel zu einem 0:0-Achtungserfolg im Abstiegskampf führte. Vielmehr forderten die Hausherren nun die Weidaer Abwehr besonders im Anfangsviertel der Partie regelmäßig und mitunter im Minutentakt. Vor allem Tempogegenstöße sorgten für Gefahr.
Pohl bediente Langhof jedoch zu spät, Hoyer köpfte ohne gutes Timing, Dorns Fernschuss verfehlte das leere Tor weit, Dörlitz störte Hoyer noch entscheidend, Eichelkraut und Langhof verpassten nach Pätz-Dribbling jeweils einen gefährlichen Abschluss, Schöneich holte den durchgedrungenen Dorn im letzten Moment ein, während Mendes den Ball nach Pohls Querpass über den Kasten setzte.
All diese Möglichkeiten ergaben sich innerhalb der ersten 25 Minuten, waren sehr gute und hätten durch etwas mehr Konzentration, Präzision und vielleicht auch eine Prise Glück zu einer Schleizer Führung führen können, ja, sogar sollen. Die Gäste waren bis dahin vor allem durch lange Bälle und Kombinationsspiel über ihre rechte Angriffsseite gefährlich – Schleiz verteidigte das aber souverän und notfalls im Verbund.

Eichelkraut und Hoyer (weiß v. l. n. r.) halten Weidas Peuker auf. Foto: K. Müller
Nichtsdestotrotz griff nach diesen 25 Minuten eine alte Fußballerweisheit, für deren Nutzung nun wohl eine Gebühr ins Phrasenschwein fällig ist: Wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie eben hinten. Der starke Otto tankte sich im Sechzehner energisch auf die Grundlinie und legte auf Fromm-Kruschel zurück, der den Ball sauber unter die Latte setzte (25.). Weida führte plötzlich – und legte direkt noch einmal nach, als Sevcuks auf links freigespielt wurde, im Eins-gegen-eins mit Schulz einen Haken schlug und sein abgefälschter Abschluss den Weg ins Tor fand (26.).
Pohl verpasste nach Hoyers Eingabe den Ball und somit die für den FSV passende Antwort. Die restliche erste Halbzeit verlief wesentlich highlightarmer als die ersten 30 Minuten. Ein Schmankerl hatte Oli Peuker aber noch parat: Als Fromm-Kruschel gleich vier Schleizer auf sich zog, die so Peuker im Rücken vergaßen, zog der 26-Jährige nach Anspiel aus gut 20 Metern ab und traf traumhaft in den Knick (43.)! Dieser dritte Treffer war die Kirsche auf der Torte herausragender Weidaer Chancenverwertung.
Nach dem Pausentee war das Spiel geprägt von Schleizer Versuchen zum Anschlusstreffer zu kommen, die nicht selten aber mit der Brechstange und zu hektisch forciert werden sollten. Der eingewechselte Imura sorgte für frischen Wind und legte schließlich sogar das 1:3 auf, wobei Dorn seine Flanke volley vollendete (71.).
Weida fiel es bis dahin mit der Drei-Tore-Führung im Rücken deutlich leichter das Spiel zu kontrollieren. Auch eine Aufholjagd sollte aber nicht drohen, da Joker Fuchs nach Peukers Eckball nur wenig später den alten Abstand wiederherstellte (79.). Der Vorlagengeber hätte wenig später selbst noch das Fünfte nachlegen können; Distanzkracher in den Giebel fallen ihm scheinbar aber leichter als freie Abschlüsse aus kurzer Entfernung. Peuker setzte das Leder also über das Tor, Weiß hielt nochmal stark gegen Darboe. Den Schlusspunkt setzte der abermals starke Imura: Er stellte mit einem Freistoß von der Freistoßkante ins Torwarteck auf den Endstand von 2:4 ([90+1].).

Den Weidaern um Neuzugang Schädel (vorn links) gelang es häufig die Schleizer Angriffe noch im letzten Moment zu stoppen. Foto: Jü. Müller
Weida gewann diese Partie mit der Abschlussstärke nach einem guten Viertel der Partie und schließlich der schmeichelhaften 0:3-Pausenführung. Mit Blick auf die eingangs erwähnten fünf sieglosen Schleizer Partien gegen die Osterburgstädter hatten die Rennstädter sich einen Erfolg in diesem Zeitraum wohl nie so verdient gehabt wie an diesem Augustabend 2026. Dazu hätten dann aber die zahlreichen (Groß-)Chancen in der Anfangsphase besser genutzt werden müssen. Aber hätte, hätte, Lothar Matthäus. Fakt ist: Der FSV bekam gegen Ende des ersten Durchgangs gnadenlos aufgezeigt, wie Brutal der Fußball sein kann, wenn beste Möglichkeiten vergeben und auf der anderen Seite eiskalt genutzt werden. Schleiz erhält die nächste Möglichkeit zum Punktesammeln am 12. September in Suhl.
Zuvor empfängt die Fritzsch-Elf jedoch im Thüringenpokal den Ligakonkurrenten TSV Gera-Westvororte – angestoßen wird am 5. September um 15:00 Uhr am Fasanengarten.

Quelle:Leif Broßmann (Bericht) | Thomas Quentin, Jürgen & Kimi Müller (Fotos)

