Est. 1913

Ein Blick ins Lazarett des FSV Schleiz

Alexander Hebenstreit, 22.10.2019

Ein Blick ins Lazarett des FSV Schleiz

Im Krankenbett liegen sie zwar nicht, doch unterstützen können sie Ihr Team aktuell nur vom Spielfeldrand aus: Der langfristige Ausfall der unumstrittenen Stammkräfte Marco Saß (von links), Mirko Horn und Frank Gerisch macht dem FSV Schleiz derzeit schwer zu schaffen.

 

Leicht hat es FSV-Trainer Roger Fritzsch dieser Tage nicht gerade. Blieben die Fußballer des FSV Schleiz in den vergangenen Jahren bis auf vereinzelte Ausnahmen vom großen Verletzungspech verschont, schlägt es in diesem Spieljahr umso wuchtiger zu. Neben diversen kleineren Verletzungen, die immer wieder den einen oder anderen FSV-Kicker für ein, zwei Spiele aus der Bahn warfen, wiegt der Ausfall eines Trios, das bereits über einen Monat fehlt und dessen Rückkehr noch in den Sternen steht, besonders schwer.  Die Rede ist von Defensiv-Allrounder Marco Saß, Kapitän und Abwehrchef Mirko Horn sowie Toptorjäger Frank Gerisch – allesamt unumstrittene Stammkräfte.

Speziell der Ausfall der beiden Letztgenannten schmerzt Trainer Fritzsch Woche für Woche aufs Neue. Nicht umsonst betonte er seit seinem Amtsantritt immer wieder die enorme Bedeutung der zentralen Achse mit Horn, Thomas Liebold und Gerisch für die restliche Mannschaft und adelte die beiden Routiniers im Interview vor der Saison gar als die „auf ihren Positionen mit Abstand stärksten Spieler der Liga“. Nun aber müssen er und seine Mannschaft erst einmal ohne sie auskommen.

Wie ist der Stand bei Ihnen? Wie verläuft die Heilung und wie beurteilt das Trio die Leistungen der Kollegen vom Spielfeldrand aus? Wir hörten uns im FSV-Lazarett um.

Bereits seit zwei Monaten – und damit am längsten – fehlt nun schon Kapitän Mirko Horn, für den das Duell mit seinem Ex-Verein Blau-Weiß Neustadt nach 27 Minuten beendet war. Zwar holte er dabei den Strafstoß zum 1:1 heraus, doch angesichts der Folgen des Foulspiels hätte jeder im FSV-Lager wohl gerne auf dieses Tor verzichtet. Die erste Diagnose lautete Kahnbeinbruch, was sich so jedoch nicht bestätigte. Ein MRT brachte den Befund: knöcherner Bandausriss im Mittelfuß.

„Mittlerweile habe ich die Zeit mit Krücken und Schiene überstanden und mache gute Fortschritte“, erklärt der frisch gebackene Papa, für den es aber noch ein weiter Weg zurück auf den Fußballplatz ist. Seinen Fuß könne er momentan zu 80 Prozent belasten. „Derzeit befinde ich mich in physiotherapeutischer Behandlung und mache stetig Fortschritte. Bis zum ersten Lauftraining wird es allerdings noch etwa drei Wochen dauern“, erklärt der 34-Jährige. Somit würde für ihn allenfalls ein Comeback im letzten Hinrundenspiel bei Aufsteiger TSG Kaulsdorf (am 23. November) in Frage kommen, doch selbst dafür stehen die Chancen schlecht. „Ich gehe davon aus, dass ich mein erstes Spiel dann zur Rückrunde bestreiten werde“, so Horn.

Die nackten Zahlen ohne den Kapitän lauten: Neun Punkte aus sechs Spielen – genauso viele Zähler, wie der FSV zuvor in drei Begegnungen mit seinem Abwehrchef einfuhr. Der ist dennoch zufrieden: „Trotz der vielen Verletzungen haben wir gute Spiele abgeliefert. Vor allem haben auch die Jüngeren Verantwortung übernommen und gute Leistungen gezeigt“, lobt der Älteste im FSV-Kader die nachrückende Generation. Zudem hält er dem Trainer zugute, immer wieder gute Lösungen gefunden zu haben, um die Ausfälle zu kompensieren.

„Ich denke mit Platz drei können wir zufrieden sein“, meint Horn und ist sich sicher: „Die Spieler, die bis zur Winterpause auf dem Platz stehen, werden alles dafür tun, dass es mindestens bei dieser Platzierung bleibt.“ Er selbst wird aller Voraussicht nach nur vom Spielfeldrand aus Einfluss nehmen können.

Wie es um die Genesung der übrigen verletzten Leistungsträger bestellt ist, erfahrt ihr in Kürze im zweiten Teils unseres Berichts aus dem FSV-Lazarett.

Zu Teil 2


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