Ein Blick ins Lazarett des FSV Schleiz (Teil 2)
Alexander Hebenstreit, 24.10.2019
Für einen Stürmer des Kalibers von Frank Gerisch ist es mehr oder weniger Normalität, regelmäßig von den gegnerischen Verteidigern auf die Socken zu bekommen. Seine aktuelle Verletzung zog sich der Angreifer, der in der Vorsaison nicht eine Pflichtspielminute verpasste, allerdings im Training zu.
Gute Nachrichten hört man in schwierigen Zeiten umso lieber. Insofern durfte sich FSV-Trainer Roger Fritzsch zumindest darüber freuen, dass die Verletzungen seiner Spieler aus der Partie in Stadtroda nicht schwerwiegender sind. Sowohl André Hoyers Hüftverletzung als auch Paul Jungs Gehirnerschütterung erlaubten zwar keine Teilnahme am Dienstagstraining, spätestens bis zur Partie gegen Grün-Weiß Blankenhain am Sonnabend dürften beide aber wieder zur Verfügung stehen. Zudem gibt es im Vergleich zur Vorwoche eine weitere Option: Christian Göller, der in dieser Saison erst viermal eingesetzt werden konnte, dabei aber die Maximalausbeute von zwölf Punkten holte, kann wieder auflaufen, nachdem er die Partie im Roda-Stadion wegen eines geplatzten Trommelfells verpasste.
So weit, so gut. Ganz anders sieht es hingegen bei Defensiv-Allrounder Marco Saß aus, bei dem derzeit nicht an eine Rückkehr auf den Fußballplatz zu denken ist. Im Spiel gegen den 1. FC Greiz sprang bei einem Zweikampf die Kniescheibe heraus, so dass man mit Blick auf sein rechtes Knie mehr oder weniger von einem Totalschaden sprechen kann: Meniskus und Kreuzband rissen, zudem sind Innen- und Außenband überdehnt.
„Der Meniskus wurde am 2. Oktober operiert. Da ist soweit alles wieder in Ordnung. Am 12. November muss ich mich erneut in Erfurt vorstellen, wo das weitere Vorgehen bezüglich der Kreuzband-OP geklärt wird. Ich gehe mal davon aus, dass die Ende November erfolgen wird und ab da heißt es dann wieder fit werden“, gibt Saß Einblick in seine derzeitige Lage. Eine belastbare Aussage, wenn er seiner Mannschaft wieder auf dem Spielfeld helfen kann, lässt sich derzeit noch nicht machen. Höchstwahrscheinlich wird er aber für die komplette Saison ausfallen.
„Da es bei mir leider noch ein ganzes Stück dauern wird, bis ich wieder auf dem Platz stehe, bleibt mir momentan nichts anderes übrig, als den momentan ebenfalls verletzten Mannschaftskollegen eine schnelle Genesung zu wünschen und das Team vom Spielfeldrand zu unterstützen“, meint der 22-Jährige, ohne den der FSV je ein Spiel gewann und verlor sowie einmal Remis spielte. „Damit kann man bis auf die Niederlage in Saalfeld durchaus zufrieden sein – gerade wenn man bedenkt, dass Frank und Mirko ebenfalls gefehlt haben und sich zur Zeit gefühlt jede Woche ein neuer Spieler verletzt.“
Zumindest bei Frank Gerisch darf man aber leise darauf hoffen, dass er für den FSV Schleiz noch in diesem Jahr wieder auf Torejagd gehen kann. Gesichert ist das aber keineswegs. „Mein Muskelfaserriss bzw. Sehneneinriss stellt sich als hartnäckiger heraus als gedacht. Unter Umständen kann ich in der Hinrunde trotz Kombistrom, Ultraschall und Powerplatetraining kein Spiel mehr bestreiten“, erklärt der Torjäger und fügt wenig begeistert an: „Aktuell kann ich noch nicht einmal schmerzfrei joggen.“
Auch er ist mit dem sportlichen Abschneiden seit seiner Trainingsverletzung am 19. September mehr oder weniger zufrieden. „Es ist schön, dass wir noch oben dran sind. Die Mannschaft kompensiert die Ausfälle so gut es geht. Doch leider haben wir einige Punkte liegen lassen“, so der ehrgeizige Angreifer. Das Ziel müsse es sein, in den verbliebenen vier Partien bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich zu holen. „Dann sollten wir uns alle auskurieren und in der Rückrunde wieder angreifen“, meint Gerisch. Das sieht auch Teamkollege Marco Saß so, der ergänzt: „Und natürlich drücke ich die Daumen, dass das Verletzungspech nun endlich vorbei ist.“
Dem schließen wir uns gerne an.
Ein Blick ins Lazarett des FSV Schleiz Teil 1