Est. 1913

Zehn-Tore-Spektakel ist zwar sein Geld, jedoch keine Schleizer Zähler wert

Leif Broßmann, 09.08.2026

Zehn-Tore-Spektakel ist zwar sein Geld, jedoch keine Schleizer Zähler wert

In einem ebenso torreichen wie stellenweise vogelwilden Spiel hatten die Gäste um Kapitän Maximilian Möller (rechts) am Ende die Nase vorn. Foto: T. Quentin

 

1.Mannschaft : Spielbericht

11Teamsports Thüringenliga
2. Spieltag - 07.08.2026 18:30 Uhr
FSV Schleiz   FC Einheit Bad Berka
FSV Schleiz 4 : 6 FC Einheit Bad Berka
(1 : 2)

Spielstatistik

Tore

Paul Dorn, Benjamin Langhof, Tomoya Imura, Albert Pohl

Assists

Benjamin Langhof, Joao Mendes, Albert Pohl

Gelbe Karten

Paul Dorn

Zuschauer

295

Torfolge

0:1 (1') FC Einheit Bad Berka
0:2 (30') FC Einheit Bad Berka
1:2 (45') Tomoya Imura
1:3 (52') FC Einheit Bad Berka
1:4 (54') FC Einheit Bad Berka
2:4 (56') Albert Pohl per Elfmeter (Joao Mendes)
3:4 (66') Paul Dorn per Kopfball (Benjamin Langhof)
3:5 (74') FC Einheit Bad Berka
3:6 (87') FC Einheit Bad Berka
4:6 (90') Benjamin Langhof (Albert Pohl)

 

Zehn-Tore-Spektakel ist zwar sein Geld, jedoch keine Schleizer Zähler wert

Am zweiten Spieltag stand für die schwarz-gelben Thüringenliga-Kicker aus Schleiz endlich die Heimspiel-Premiere in der neuen Saison an. Zu Gast war Einheit Bad Berka – Aufsteiger und punkt- sowie torgleich mit den Rennstädtern – um Ex-Profi Denis Jäpel.

Ihm sollten letztlich die Statistiken, nach dem Spiel die Führung in der Torjägerliste und ehe die erste Minute gespielt war auch der Dosenöffner für eine verrückte Partie mit zehn Treffern gehören. Denn nach einem langen Ball der Gäste setzte er den Schleizer Verteidiger energisch unter Druck, erobert an der Strafraumkante den Ball und blieb gegen den jungen Neuzugang Philip Teufel eiskalt – wie es die Dusche für die Hausherren war (1.).

Denn die lagen gegen den eher tiefstehenden Gegner nun zurück, was die Aufgabe nicht einfacher machte. Logisch. Den Ball hatten die Hausherren nämlich zu Genüge, eine echte Lücke fanden sie auf dem schwer zu bespielenden Platz zunächst jedoch nicht. Immerhin gab's einige Eckbälle, die Hoyer und Pohl per Kopf über bzw. neben das Tor setzten. Im kongenialen Zusammenspiel legten sie außerdem einander je einmal Kugel auf, beide Versuche wurden aber jeweils geblockt.

Des Weiteren gab's Schleizer Aufregung wegen eines Handspiels im Strafraum, das nicht als strafbar bewertet wurde. Und Schulz hatte relativ freistehend eine gute Möglichkeit, als Dorn einen Freistoß auf den zweiten Pfosten flankte – drüber.


Tim Schulz setzt zum Kopfball an. Foto: Jü. Müller

Die Gäste blieben dennoch immer wieder gefährlich und drohten, jede noch so kleine Schleizer Unachtsamkeiten mit einer flinken, vielversprechenden Torannäherung zu bestrafen. Und so kündigte sich Treffer Nummer zwei gewissermaßen an: Dass Mittelfeldakteur Dorn wieder von seinen Kameraden allein mit Unterschiedsspieler Jäpel gelassen wird, war ebenso frustrierend anzusehen, wie der Fakt, dass der nächste geschlagene Ball genügt, um Jäpel sich erneut durchsetzen und wieder treffen zu lassen (29.). Erneut war es also Schema F, das zum 0:2 nach einer halben Stunde führte.

Nachdem EBB-Kapitän Möller es aus gut 30 Metern erfolglos aus der Distanz probiert hatte, fand der FSV Schleiz noch vor der Pause eine passende und mutmachende Antwort: Nachdem Berger alleinstehend an Gäste-Schlussmann Scheeder gescheitert war, verkürzte Tomo Imura nach kurzem Dribbling per Flachschuss von der Strafraumkante zum 1:2 (45.)! Pause – und die realistische schwarz-gelbe Hoffnung, dass das Spiel aus einer kompromissloseren Defensive heraus noch gedreht werden kann.

Durchgang zwei verriet schon nach fünf Minuten, was er den Zuschauern für die nächsten 45 Minuten bescheren würde: Zunächst vertendelte Pohl nach toller Bamba-Vorarbeit eine vielversprechende Möglichkeit, dann parierte Teufel sehenswert gegen Kahlef. Nach der folgenden Ecke stellte dieser den alten Abstand aber wieder her und traf zum 1:3 (52.). Der Ball hätte hier einfach mal konsequent aus dem Strafraum gekloppt werden müssen – stattdessen konnte der ballsichere Gästeakteur die Schaltpause nutzen und satt abschließen. Zwei Minuten später machte Jäpel mit dem 1:4 sogar noch seinen Dreierpack perfekt (54.).

Wahnsinn. Wie gehste damit um? Für so manche(n) hatte sich das bei drei Toren Rückstand bestimmt schon erledigt. Mendes schlug hingegen vor, einfach mal energisch in den Strafraum zu dribbeln, dort wurde er von den Beinen geholt und bot seinem Kapitän so die Chance vom Punkt zu verkürzen. Das tat Pohl auch (56.).

Und als Dorn dann per Kopf nach Langhofs Eckball-Flanke auf 3:4 stellte, war die Spannung zurück in der Rennstadt! Zeitspiel-Versuche wurden vom erneut starken Schiedsrichter Blasse konsequent mittels der neuen Zähl-Regeln unterbunden. Sogar eine einminütige Zeitstrafe wegen eines zu langsamen Wechsels (länger als zehn Sekunden) wurde verteilt.

Jäpel erhöhte nach einem Ballverlust im Schleizer Angriff mit seinem vierten (!) Treffer per Abstauber im Kontern (74.), ehe der Fußballgott für die Schleizer Schlussphase noch eine Überzahl parat hatte, da Schönfeld sich innerhalb von fünf Minuten erst nach Meckern und dann nach Foulspiel eine gelb-rote Karte holte (81.).

Mendes verpasste aus guter Position den Abschluss, Hoyers Kopfball war zu unplatziert. Dann schlug der starke Kahlef auf der anderen Seiten einen Haken und legte die Kugel perfekt zum halben Dutzend in die Maschen (87.). Langhof verkürzte nach Zusammenspiel mit Pohl nochmals auf 4:6 (90.). Es sollte auch der Endstand sein. Und das, obwohl ein weiterer Versuch der Schleizer Zehn in höchster Not geblockt wurde, Pohl ebenfalls nicht genau genug köpfte und Mendes es auch nochmal probierte.


Benni Langhof erzielt den Endstand. Foto: K. Müller

Letztlich siegte Bad Berka dank einer beängstigenden Effizienz im Abschlussverhalten sowie seiner individuellen Qualität in der Offensive und es unterlag das Team, das vor allem defensiv nicht konsequent genug war.

Zu guter Letzt sei hier noch auf den gegnerischen Spielbericht verwiesen: Tatsächlich ist es so angedacht, dass Mehrfachtorschützen auf der Spieltagsübersicht nur in eine Zeile eingetragen werden – gemeinsam mit einer Auflistung der Minuten, in denen sie trafen. Links dürften also vier Namen stehen, rechts nur zwei. An den Zahlen 4 und 6 oben drüber ändert das ja aber nichts. Doch es freut uns sehr, dass unser bescheidener Zettel derart genau studiert wird! (:

Am nächsten Samstag reist der FSV Schleiz zum FC An der Fahner Höhe.

#vollgasfürschwarzgelb

 

Thüringenliga (Tabelle & aktueller Spieltag)

Fotos vom Spiel (Jürgen Müller)

Fotos vom Spiel (Kimi Müller)

Fotos vom Spiel (Thomas Quentin)


Quelle:Leif Broßmann (Bericht) | Thomas Quentin, Jürgen Müller & Kimi Müller (Fotos)


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