Geflüster vom Fasanengarten: Alexander Stichs Doppelrolle als Edelfan & Helfer
Leif Broßmann, 28.03.2026
Unsere reanimierte Serie Geflüster vom Fasanengarten soll Personen ins Rampenlicht rücken, die abseits des Platzes fleißig für den und treu dem FSV Schleiz arbeiten. Nachdem vor zwei Wochen Albert Pohl über seine seit dem Sommer neue Rolle als Kapitän sprach, soll nun Alexander Stich im Fokus stehen.
Dem Vollblutfan ist keine Fahrt zu weit und (fast) kein Termin wichtiger als die Partien unserer Schwarz-Gelben. Viel Spaß mit Folge drei von Geflüster am Fasanengarten!
Lieber Stichi, der FSV Schleiz ist ein fester Teil deiner Wochenendplanung – und du treuer Begleiter des Vereins, egal ob daheim oder auswärts. Wann und wie begann diese Faszination?
Da muss ich ein ganzes Stück im Kalender zurückblättern! Die ersten Spiele besuchte ich schon in jungen Jahren mit meinem Vater. Das war in der Bezirksliga Staffel 3 im Jahr 2006. Die Begeisterung für unseren Fußballverein wurde mit den Jahren immer größer. Ich fuhr mit meinem Vater regelmäßig zu „erreichbaren“ Auswärtsfahrten, was zu damaligen Zeiten gar nicht so weit war. Als ich mit 18 Jahren dann selbst PKW fahren konnte, habe ich schon versucht, jedes Spiel unserer 1. Herrenmannschaft zu besuchen. Seit der Saison 2016 kann ich mich nur an wenige Spiele erinnern, die ich nicht wahrnehmen konnte. Da in Thüringens höchster Spielklasse auch teilweise Fahrten mit 200 km zu Buche schlagen, sind aus den Auswärtswochenenden sogar immer kleine Familienausflüge entstanden. Ich wechsle mich mit dem Fahren zu den Auswärtsspielen mit meinen Eltern ab; meine Mutter hat das FSV-Fieber auch seit einigen Jahren gepackt! Wie diese Begeisterung für unseren Verein so „verrückt“ geworden ist, kann ich nur schwer in Worte fassen. Die Entwicklung des Vereins über die Jahre zu verfolgen und zu sehen, wie er zu einem Aushängeschild für unsere Stadt in ganz Thüringen geworden ist, macht mich immer wieder glücklich!
Und welche Partie(n) ist/sind dir aus dieser langen Zeit besonders im Gedächtnis geblieben?
Was mir sofort in den Sinn kommt, ist das Spiel gegen Sonneberg – ein Freitagabend, Thüringenliga-Eröffnungsspiel nach einer langen, coronabedingten fußballfreien Zeit. Das Spiel konnten wir am Ende durch Dreierpacks von Gerisch und Porst mit 7:2 gewinnen. Die Saison wurde schließlich auch mit dem Vizemeistertitel in der Landesliga gekrönt. Das emotionalste Spiel für mich war in Arnstadt, als wir im Oberliga-Playoff in der letzten Minute den eiskalten Nackenschlag bekommen haben – knapp an einer Sensation vorbei.

Beide Male war auch die Sektion Schwarz-Gelb stimmgewaltig von der Partie. SIe peitschte die Mannschaft einige Jahre lang lautstark nach vorn. Federführend warst damals du, Stichi. Wie blickst du auf diese Zeit zurück und wie groß ist dein Wunsch, die Jungs nochmal zusammentrommeln zu können?
Es war eine fantastische Zeit, mit der gesamten Fanszene durch unser schönes Bundesland zu reisen – ich möchte keinen Tag missen. Angefangen in Ilmenau, mit einem Kleinbus, gemietet von unserem Balder, für eine Gruppe von neun Personen, bis hin zu teilweise über 30 aktiven Unterstützern am Spielfeldrand bei Kreisderbys mit Choreografien. Wir konnten für unsere kleinen Verhältnisse ziemlich schöne Sachen auf die Beine stellen. Für mich persönlich war die erste Thüringenligasaison am schönsten, da wir in dieser Zeit als Gruppe bei jedem Heimspiel aktiv waren und auch sehr viele Auswärtsspiele organisiert wahrgenommen haben. Aber die Zeiger drehen sich weiter, und es wurde aufgrund beruflicher Wege und auch Wohnortswechsel immer schwieriger, regelmäßig etwas zu stemmen. Die Jungs noch einmal zusammenzutrommeln, ist kein Problem, aber ich bin eher ein Freund von „richtig oder gar nicht“. Mittlerweile analysiere und schaue ich mir das Spiel lieber entspannt von der Mittellinie aus bei einer Tasse Kaffee an – in der Hoffnung auf drei Punkte.
Ganz so teilnahmslos, wie sich das Sitzen unter der Anzeigetafel anhört, ist es aber nicht. Denn zuletzt intensivierte sich dein Engagement im Verein. Kurzzeitig als Fanbeauftragter im Vorstand aktiv, betreust du nun bei Heimspielen den fussball.de-Liveticker, erstellst die Vorschaugrafiken und versorgst unsere Follower online mit Halbzeit- und Endständen. Wie nimmst du diese Aufgaben wahr und was würdest du dir in dieser Hinsicht für die Zukunft wünschen?
Genau, richtig, doch leider musste ich die Aufgabe im Vorstand nach kurzer Zeit wieder abgeben, da es mein zeitliches Pensum aufgrund des Betriebs sowie eines Wohnortswechsels einfach nicht mehr zugelassen hat. Da der Spieltag ohnehin bereits meine Wochenendgestaltung übernimmt, war das zeitlich nicht mehr zu managen. Ganz ohne etwas Produktives einbringen zu wollen, wollte ich dann aber auch nicht bleiben. So trat ich mit dem Social-Media-Team des FSV in Kontakt, bot dort Unterstützung an und übernehme nun Aufgaben, die auch unabhängig vom Wohnort erledigt werden können. An dieser Stelle möchte ich meinen größten Respekt und Dank denjenigen aussprechen, die sich mit so viel Herzblut den Aufgaben im Verein widmen und ihre Zeit investieren – von der Kasse bis hin zum Ausschank von Getränken. Ohne solche Menschen gäbe es den Verein in dieser Form niemals. Um noch einmal auf das Thema Social-Media-Veränderungswünsche einzugehen: Es ist schwierig. Gerade im Herrenbereich ist die Außendarstellung im Vergleich zu anderen Vereinen auf Landesliganiveau aktuell noch ausbaufähig. In diesem Bereich bräuchte es noch ein bis zwei freiwillige Mitstreiter, die sich gerne beteiligen möchten, um Interessierte wieder regelmäßiger mit Pressematerial der Männermannschaften zu versorgen. Jede Person ist herzlich eingeladen, sich bei uns über die gängigen Medien zu melden. Auch für Anregungen und Ideen zum Social-Media-Auftritt haben wir jederzeit ein offenes Ohr. Trotz Livetickern und Social Media würde ich mir aber wünschen, dass die Leute lieber unseren Fußballverein vor Ort unterstützen.
Dem schließen wir uns an und möchten dir, lieber Alexander, noch einmal für das herausragende Bekleiden der Doppelrolle als Fan und ehrenamtlicher Helfer danken! Treu, verlässlich, engagiert – ein beachtliches Leben mit dem und für den FSV Schleiz.
+++ NUR DER FSV +++
Quelle:Jürgen Müller & Ludo Narr (Fotos)