Geflüster vom Fasanengarten: Albert Pohls Zwischenfazit zum Kapitändasein
Leif Broßmann, 14.03.2026
Springen wir mal zurück in den August 2021! Am Schleizer Fasanengarten wurde die neue Thüringenligasaison offiziell eröffnet und die Mannschaft von Roger Fritzsch startete mit einem 7:2-Kantersieg über die SG 1. FC Sonneberg 04. Es sollte die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte werden (Thüringer Vizemeisterschaft). Infolge des Auftakterfolgs konnten Interessierte hier auf unserer Homepage ein neues Format entdecken.
Geflüster vom Fasanengarten taufte Presselegende Alexander Hebenstreit die von ihm geplante Reihe von Kurzinterviews, die in der Mitte der Woche den Bogen von einem Spiel zum nächsten spannen sollte. In der ersten Ausgabe sprach Thomas Liebold damals über eine für ihn neue Perspektive. Es sollte jedoch auch die bisher letzte Episode sein. Wir möchten Hebis genialen Reihentitel wiederaufgreifen und seine Idee leicht anpassen: Statt eines Rück- und Ausblicks auf die Partien unserer 1. Männermannschaft möchten wir nun mit Personen flüstern, die normalerweise nicht im Rampenlicht stehen, sondern im Hintergrund zuverlässige und herausragende Arbeit leisten, und ihnen damit ein Stück wohlverdienter Wertschätzung entgegenbringen.
Anlass dafür soll immer das Heimspielwochenende unserer Thüringenligamannschaft sein. Im kostenfreien FSV-Magazin an der Kasse erhalten neugierige Gäste dabei schon einen exklusiven Einblick, ehe das komplette Interview dann wenig später hier auf unserer Homepage verfügbar ist. Dass das Format tatsächlich im Zwei-Wochen-Rhythmus erscheint, ist angesichts der ehrenamtlichen Arbeit und ggf. hohen Aufwands ohne Gewähr zu genießen. Doch wir werden zumindest stets bemüht sein.
Damit der Einstieg in die neue alte Serie euch möglichst leicht fällt, unterhielten wir uns zur Geflüster-Rückkehr ausnahmsweise doch mit einem recht populären Schleizer über seine neuerdings zusätzlichen Aufgaben: Mit Beginn der Saison 2025/2026 übernahm Torjäger Albert Pohl das Kapitänsamt unserer 1. Mannschaft. In 18 Pflichtspielen führte er die Truppe seither aufs Feld (16-mal Liga, zweimal Pokal). Wir sprachen mit dem 28-Jährigen bei leckerem Chili con Carne über seine emotionale und sportliche Einschätzung und erfragten auch seine Meinung zur Entwicklung der Mannschaft. Und um den Kreis zu schließen, sei noch erwähnt, dass Pohl beim eingangs beschriebenen 7:2-Erfolg einen Treffer und vier Vorlagen beisteuerte. Viel Spaß mit dem Comeback von Geflüster vom Fasanengarten!

Lieber Albert, seit dem Sommer führst du die Mannschaft als Kapitän auf den Platz. Wie ist es denn so mit der Binde am Arm? Verspürst du Druck oder überwiegt der Stolz?
Man kann sich im Spiel nicht zurücklehnen und sich nicht nur auf sich selbst konzentrieren – zumindest ist es mein Anspruch, das nicht zu tun. Und das fordert den Kopf natürlich mehr als zuvor, beeinflusst manchmal vielleicht auch die Spielweise. Gerade als Stürmer duckt man sich schon hin und wieder ab und kümmert sich um sich selbst, was als Kapitän eben nicht geht.
Und wie gut gelingt dir dieser Spagat aus Sorgen und Stürmeraufgaben bisher?
Es ist ausbaufähig. Es gibt Phasen, in denen ich es mir zuletzt schon herausnehmen wollte, mich mehr um mein eigenes Spiel zu kümmern. Die müsste ich wieder verringern und meinen Fokus im Spiel wieder mehr auf die Mannschaft legen. Aber das wird sicherlich auch die zunehmende Erfahrung ausmachen. Ich bin jetzt ein halbes, dreiviertel Jahr Kapitän – ich denke, das kommt mit der Erfahrung. An sich habe ich ein sehr gutes Gefühl.
Das hören wir gern! Wie denkst du über die Stimmung innerhalb der Mannschaft und ihre Leistungen auf dem Platz?
Nach der schwierigen Saison letztes Jahr war es zunächst mein Ziel, in der Mannschaft wieder eine bessere Stimmung aufkommen zu lassen. Meiner Meinung nach haben wir das – Kleinigkeiten mal außenvorgelassen – im Großen und Ganzen auch erreicht. Der Anfang der Saison war schwierig, gerade auch mit den vielen neuen jungen Spielern, wo man schon gemerkt hat, dass die Erfahrung im Männerbereich noch fehlt. Wir haben uns dann zum Ende der Rückrunde gut aus der Ergebniskrise herausgezogen, ebenso aus dem Loch nach der Winterpause mit dem Unentschieden in Weida. An sich bin ich sehr zufrieden und stimme auch der Meinung, dass wir in Richtung Tabellenende schauen müssten, nicht zu.
Inwiefern wirkt sich ein besserer Tabellenplatz denn auf die Entwicklung der Mannschaft aus?
Durch die Tabellenkonstellation haben wir nun auch wieder andere Möglichkeiten, unsere Junioren einzubauen – intensiv begonnen Ende 2025 und gegipfelt im Trainingslager. Auch jetzt sind einige regelmäßig beim Training dabei. Das freut mich sehr! Letzte Saison war das aufgrund der prekären Situation nicht möglich. Dass wir diesbezüglich wieder zum Kern der Vereinsphilosophie zurückkommen und junge Spieler aus der Region – auch Syrau ist nicht weit entfernt – und auch aus dem eigenen Nachwuchs in unsere Thüringenligamannschaft integrieren können, werte ich als positive Entwicklung.
+++ NUR DER FSV +++
Quelle:Leif Broßmann | Thomas Quentin (Foto oben)