Das ungleiche 'Spitzenspiel': Auf, auf zum SV SCHOTT Jena!
Leif Broßmann, 06.11.2025
Wer hätte das gedacht? Noch vor zwei Monaten stand der FSV Schleiz gänzlich ohne Punkte da. Sowohl die Partien gegen Arnstadt, Saalfeld und Weida gingen knapp verloren; auch gegen den ZFC Meuselwitz gab es eine Eben-nur-fast-Sensation und das Aus im Thüringenpokal. Mit dem Auswärtsdreier in Nordhausen folgten dann die ersten Punkte. Momentan sind die Schleizer seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen. Das hat sie nicht nur auf Rang sechs der Tabelle gespült, es macht sie auch zu dem Team mit der aktuell zweitstärksten Form. Besser ist mit fünf Siegen aus den letzten fünf Partien nur das Maß aller Dinge – der SV SCHOTT Jena (zum FuPa Power-Ranking).
Der Tabellenführer aus der Saalestadt thront nach zehn Spieltagen mit 24 Punkten über der Konkurrenz. Bei dem Duell beider Teams am Samstag könnte man also schon beinahe von einem 'Spitzenspiel' sprechen: Die formstärksten Thüringenliga-Mannschaften treffen aufeinander. Zudem stellen sie das Podium der momentanen Torjägerliste: Der 17-jährige SCHOTT-Stürmer Benno Walter (12 Treffer) führt vor Teamkollege und Ex-Profi Dominik Bock (11) und FSV-Kapitän Albert Pohl (7).* Schon die Tordifferenzen von +30 bzw. +5 Treffern zeigen aber: Hier stehen sich nicht annähernd gleiche Gegner gegenüber.
"Ich möchte keinesfalls von einem Spitzenspiel sprechen, auch wenn die Formtabelle dies so hergibt", stellt Schleiz-Coach Roger Fritzsch klar. "Wir müssen da schon realistisch bleiben; schaut man alleine auf die SCHOTT-Ergebnisse, dann muss man schon sagen, dass sie nicht nur das Maß aller Dinge sind, sondern scheinbar schon mehr als Oberliga-Format haben." Der Plauener Fußballlehrer hebt besonders die schon fast utopisch hohen Siege gegen Thüringen Weida (5:0), den 1. FC Eichsfeld (6:1) und natürlich das zweistellige 0:10 gegen den FC An der Fahner Höhe hervor.
Am vergangenen Wochenende siegten die Jenenser bei der BSG Wismut Gera (2:4). Dort begann Ende September eben auch die Schleizer Ungeschlagen-Serie. Die sorgt am Fasanengargen natürlich für einiges an Momentum. Nicky Eichelkraut verriet im Zuge des FuPa-Expertentipps, dass die Schwarz-Gelben "trotzdem nicht dorthinfahren, um nur zuzuschauen. Wenn wir kompakt stehen, als Team auftreten und unsere Chancen nutzen, können wir auch dort was mitnehmen", so Schleiz' Nummer 3. Auch Roger Fritzsch möchte dem Duell an der Oberaue eine Chance geben: "Wir freuen uns dennoch auf diese Partie – es sind die Spiele, aus denen wir lernen wollen, und auf Grund ihrer beeindruckenden Form und ihrer brutalen Ergebnisse haben wir nichts zu verlieren."
Und so könnte mit dem bedingungslosen Respekt, gesundem Selbstbewusstsein und der nötigen Unbeschwertheit vielleicht ja doch etwas für den Schwarz-Gelben herausspringen. Und wo soll die Truppe um den jungen Kapitän Carlos Damian geschlagen werden können, wenn nicht auf dem Heimgrund: Die einzigen beiden Spiele mit Punktverlust gab es in der Lichtstadt – beim Auftakt-0:1 gegen Bad Frankenhausen und beim 2:3 gegen den SV 09 Arnstadt. Und mit durchschnittlich 88 zahlenden Zuschauern begrüßen die Glaswerker die zweitwenigsten der Liga. Wir Schleizer haben also eine große Chance, dieses nahe Auswärtsspiel zu einem Heimspiel zu machen.
Also kommt am Samstag nach Jena und peitscht unsere Mannen zu einer kleinen Sensation! Los geht es schon um 12:30 Uhr.
Was Roger Fritzsch zur bisherigen Saison sagt, wie laut ihm die Jenaer gestoppt werden könnten und wie er den Umbruch im Team sieht, könnt ihr hier nachlesen.
*Marcel Kießling (Wismut Gera) und Leon Schleip (Preußen Bad Langensalza) liegen mit sieben Treffern ebenfalls auf Rang drei.


Quelle:Leif Broßmann (Text) | Alexander Stich (Grafik)