Mentalitätsmonster und Spitzenreiter: FSV Schleiz empfängt den SV Arnstadt
Alexander Hebenstreit, 31.05.2023
Ob sie am Wochenende im Fokus stehen werden, wissen wir nicht. Aber sowohl Arnstadts Keeper Valentin Henning als auch FSV-Kapitän und -Abwehrchef Mirko Horn scheinen den Laden im Kalenderjahr 2023 gut im Griff zu haben. Schließlich treffen am Samstag die beiden besten Abwehrreihen der Thüringenliga-Rückrunde aufeinander.
Thüringenliga, 28. Spieltag
FSV Schleiz – SV 09 Arnstadt
Samstag, 3. Juni | 15 Uhr | Fasanengarten, Schleiz
Vorspiel ab 12:30 Uhr: FSV Schleiz II – SV Eintracht Eisenberg II
(zum Vorspiel-Vorbericht)
Viele Gelegenheiten, die Kicker des FSV Schleiz in Aktion zu erleben, bleiben in dieser Saison nicht mehr. Ob das angesichts der – insbesondere aber nicht nur verletzungsbedingt – schwierigen, ja phasenweise verkorksten Spielzeit vielleicht auch besser sein könnte, lassen wir an dieser Stelle einmal unkommentiert. Fakt ist: Nach dem fröhlichen Pfingstausflug nach Töpen samt 6:0-Testspielerfolg über den 1. FC Greiz steht für die Schwarz-Gelben das vorletzte Heimspiel an.
Fußball am Fasanengarten! Wenn das mal nicht die ideale Voraussetzung dafür ist, den Klassenerhalt perfekt zu machen. Blöd nur, wenn der Gegner, der sich einem entgegenstellt, der Tabellenführer ist, der sich im Kampf um die Meisterschaft partout keinen Ausrutscher erlauben darf.
Spitzenreiter mit einer spürbaren Hypothek
Das weiß auch FSV-Coach Roger Fritzsch. „Ich denke, ein Blick auf die Tabelle sollte reichen, um zu wissen, vor welch schwieriger Aufgabe wir stehen. Es kommt der Spitzenreiter und somit eine Mannschaft, die nächste Saison in der Oberliga spielen möchte.“
Allerdings reist der SV Arnstadt dabei auch mit einer spürbaren Hypothek aus dem letzten Punktspiel an. Beim 1:2 gegen den FC Thüringen Weida flogen gleich drei Spieler vom Platz, die damit in Schleiz nicht spielberechtigt sind. Einerseits.
Angriffsfußball mit drei Mann Unterzahl
Andererseits zeigt diese Partie aber auch sehr deutlich auf, über welche Qualität die Arnstädter Mannschaft verfügt, die nicht nur schönen Fußball spielen, sondern auch eine beeindruckende Mentalität auf den Platz bringen kann. Gegen die Weidaer – wahrlich keine Laufkundschaft, sondern der amtierende Meister – spielte der Spitzenreiter mehr als eine Halbzeit lang in zweifacher Unterzahl und schaffte trotzdem den Ausgleich. Und selbst als man in der Schlussviertelstunde mit drei Mann weniger auf dem Feld stand, drängte man auf den erneuten Ausgleich, zu dem bei einem Lattentreffer in der Nachspielzeit nur wenige Zentimeter fehlten.
Auch deswegen gibt sich Roger Fritzsch keinen Illusionen hin oder nimmt den Ligaprimus gar auf die leichte Schulter. „Sie haben aus meiner Sicht den besten und breitesten Kader der Liga. Deshalb werden sie ihre drei gesperrten Spieler auch problemlos kompensieren können“, so der Schleizer Trainer, der seinerseits von schwerwiegenden Ausfällen bei seiner Elf spricht. „Trotzdem werden wir alles daran setzen, Arnstadt Paroli zu bieten.“
Wie es gehen kann
Wie das gehen kann, zeigte der FSV Schleiz im Hinspiel, als man den heimstarken Bachstädtern einen Zähler abtrotzte. In dieser Begegnung machten die Rennstädter jedoch selbst schon Erfahrung mit der oben erwähnten Arnstädter Mentalität: Bis weit in die Schlussphase führte der FSV mit 2:0, um sich am Ende doch mit einem 2:2-Remis begnügen zu müssen; ein Ergebnis das man heute wie damals – jedenfalls im Vorfeld der Partie – sofort unterschreiben würde.