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Schleiz empfängt Spitzenreiter Eichsfeld

Tabellenführer mit weißer Weste zu Gast – Arakaki zurück

Artikel vom 9. Oktober 2026

Der Vorbericht wird präsentiert von:

    Am achten Spieltag der 11Teamsports Thüringenliga steht für den FSV Schleiz ein Prüfstein der klaren Sorte an: Mit dem 1.FC Eichsfeld kommt der derzeitige Spitzenreiter an den Fasanengarten. Für die Rennstädter ist die Partie nicht nur ein Gradmesser, sondern viel mehr auch eine Gelegenheit, zu zeigen, was in der Mannschaft steckt.

    Die Tabelle macht die Ausgangslage deutlich: Schleiz rangiert nach sieben Partien auf Rang 8 von 16 Teams und weist zehn Punkte bei einer ausgeglichenen Bilanz (drei Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen) vor; das Torverhältnis lautet 19:14. Der Gast aus dem Eichsfeld reist dagegen mit dem perfekten Saisonstart von sechs Siegen in Serie an. Die letzten Resultate sind 5:1 gegen Gera-Westvororte, 6:0 gegen FSV Wacker Nordhausen, 0:2 bei Preußen Bad Langensalza, 5:0 gegen die Spielvereinigung Geratal und 0:3 beim 1.Suhler SV 06. Diese Serie erklärt die Tabellenführung und unterstreicht, dass die Mannschaft sowohl in der Offensive brutal effizient als auch in der Rückwärtsbewegung organisiert agiert. Nach bislang sechs Spielen die optimale Ausbeute von 18 Punkten eingefahren und stellt mit 23:2 Treffern die bisher gefährlichste Offensive und die solideste Defensive der Liga.

    Auch im Thüringenpokal stehen die Nordwestthüringer im Viertelfinale. Die Schritte dorthin gingen sie mit Erfolgen gegen den FSV Sömmerda (2:3), den Herpfer SV (0:4) und zuletzt nach Rückstand beim SV Jena-Zwätzen (1:2). Besonders bemerkenswert ist einerseits die Mentalität, um mit späten Treffern Spiele zu entscheiden, sowie die Kaltschnäuzig der talentierten Mannschaft, sich häufig mit Doppelschlägen und Toren zum richtigen Zeitpunkt auf die Siegerstraße zu bringen. Dem neuen Trainer Ronald Leonhardt gelang somit ein Traum-Einstand, erst recht, wenn man betrachtet, dass der 1. FC Eichsfeld eine Partie weniger als die Konkurrenz an der Tabellenspitze absolviert hat, da schon am ersten Spieltag eine Absage an der Fahner Höhe erfolgte.

    Schleiz zeigt bisher eher ein wechselhaftes Muster. Die jüngsten Ergebnisse lesen sich 0:0 bei Preußen Bad Langensalza, 3:1 gegen die Spielvereinigung Geratal, 1:6 beim 1.Suhler SV 06, eine 2:4-Heimniederlage gegen den FC Thüringen Weida sowie ein 1:0 beim FC An der Fahner Höhe. Daraus ergibt sich das Bild eines FSV Schleiz, der Tore selbst Tore erzielen kann – 19 Saisontreffer belegen das (die viertmeisten der Liga) – aber auch anfällig für Gegentore ist und gegen stärkere Kontrahenten nicht immer seine beste Defensive abruft.

    Für die letztwöchige Partie galt das nicht. Dem ZFC Meuselwitz boten die Rennstädter am vergangenen Wochenende einen beachtlichen Kampf. Besonders das defensiv Dargebotene, wobei Nicky Eichelkraut mit Zweikampfstärke, einer anleitenden Positivität gegenüber den Mitspielern und einer gewaltigen Portion 'Schaum vorm Mund' herausragte, überzeugte gegen den Oberligisten. Auch hochkarätige Chancen spielten sich die Schwarz-Gelben heraus, die Verwertung war hingegen mangelhaft. Auffällig war zudem die Geschlossenheit, mit der der FSV angesichts der Demut vor dem höherklassigen Gegner auftrat. Das Auftreten der Spieler auf dem Platz und der Trainer, Betreuer und Wechsler auf der Bank als Einheit würde einer erfolgreichen Partie gegen den Primus nun auch gut tun.

    Personelle Rahmenbedingungen prägen die Ausgangslage auf Schleizer Seite. Elton Marciano Sa fehlt aufgrund einer roten Karte und der daraus resultierenden Sperre. Positiv stimmt hingegen die Rückkehr von Yugo Arakaki, der tatsächlich aus Japan wiedergekommen ist und nach einer schweren Knieverletzung wieder zur Verfügung steht. Seine Anwesenheit könnte Schleiz zusätzliche Impulse in der Offensive geben und Alternativen im Angriff eröffnen.

    Die Statistik spricht zugunsten des Gastes, die jüngste Historie ebenfalls: Schleiz tat sich in der Regel schwer gegen Eichsfeld und verlor zuletzt in der Rückrunde deutlich mit 5:1, als die personell gebeutelten Rennstädter den frühen Schock nach der Ohnmacht Oskar Petzolds und dem daraus resultierenden Führungstreffer der Eichsfelder nicht kompensieren konnten. Vor diesem Hintergrund ist die Aufgabe klar umrissen: Der FSV muss kompakt stehen, Konter besser ausspielen und die personellen Veränderungen – der Ausfall von Sa, die Rückkehr Arakakis – klug einsetzen, um den Rhythmus des Tabellenführers zu stören.

    Sportlich ist die Partie also ein Gradmesser für die Ambitionen beider Vereine in dieser Saison. Für Eichsfeld geht es darum, die weiße Weste zu wahren und den Platz an der Sonne zu verteidigen; für Schleiz ist es die Chance, gegen den Primus ein Statement zu setzen und das eigene Punktekonto am achten Spieltag aufzustocken. Erwartet werden intensive 90 Minuten, in denen Kleinigkeiten – Konzentration in den Strafräumen, Standardsituationen, das Lesen der Dynamik des Spiels – über den Ausgang entscheiden können.

    In jedem Fall verspricht der Duellcharakter Spannung: Ein formstarker Tabellenführer trifft auf ein Team mit ausreichender Torgefahr, aber auch mit Schwächen in der Rückwärtsbewegung. Ob Schleiz diese Schwächen in den Griff bekommt und die Rückkehr Arakakis zum positiven Impuls wird, bleibt die zentrale Frage vor dem Anpfiff, der um 15:00 Uhr ertönen wird.

    Schon um 13:00 Uhr empfängt die Zweite die SG Thalbürgel.

     

    Text: Leif Broßmann