Ein Spiel - zwei Meinungen!!! (Bericht Motor Zeulenroda)
Frank Gerisch, 17.04.2017
Landesklasse, Nachholspiel: Duell der DDR-Ex-Oberligaspieler endet remis. Zeulenrodaer Gäste verspielen auswärts eine 2:0-Führung.
Ausgleich im Halbdunkel
FSV Schleiz – SpG FC Motor Zeulenroda 2:2 (0:1)
Von Manfred Malinka
Schleiz. Das Nachhol-Derby der Landesklasse am Donnerstag Abend in Schleiz fand keinen Sieger. Der Tabellenneunte von Trainer Matthias Liebers führte beim Fünften von Coach Olaf Distelmeier bereits 2:0, musste aber eine Minute vor Ultimo noch den Ausgleich hinnehmen.
Eine schöne Kulisse hatte der Klassiker gefunden, der wegen zu erwartender Dunkelheit elf Minuten eher angepfiffen wurde. Initiiert von den Gebrüdern Schmidt kam der Gast zur ersten nennenswerten Aktion, die Lukas Nietsch mit tollem Schuss aus 20 Metern abschloss. FSV-Keeper Thomas Pasold parierte klasse (10.). Genauso unvermittelt fiel die Motor-Führung. Bei einer harmlosen Situation an der Strafraumlinie sah Pasold nicht gut aus. Dustin Schmidt hatte nachgesetzt und den Ball im Fallen auf Maximilian Wetzel abgelegt, der die Gästeführung erzielte (16.). Das Spiel war umkämpft, wurde aber auf dem etwas holprigen Platz nie unfair geführt. Für die beiden Coaches an der Seite reichte die vorgesehene Zone nie aus, beide Trainer waren sehr engagiert und emotionell bei der Sache. Brenzlig war es mal für Motor, als Albert Pohl einen langen Pass erlief und den Ball nach innen brachte, wo Jens Kutzner aber auf dem Posten war (20.). Dann wurde FSVer Martin Berger abgedrängt (27.), das wars dann auch schon mit den Gastgeber-Möglichkeiten. Auf der Gegenseite schoss Manuel Sengewald einen weiten Pass Nietschs über das Schleizer Tor (29.). Die Schleizer Frank Gerisch und Pohl scheiterten doppelt an Kutzner (36.) und Pohls Grundliniendurchbruch verpassten in der Mitte Freund und Feind (43.).
Auch nach der Pause ließ der Gast den Tabellenfünften nicht ins Spiel kommen. Distelmeier forderte seine Spieler: „Wenn ihr nicht gewinnen wollt, müsst ihr es sagen!“ Die passende Antwort kam aus der Zeulenrodaer Mannschaft: „Wir wollen!“ Und das sah man. Zunächst schloss Domenic Schmidt einen tollen Gästeangrif mit einem Schuss über das Tor ab (57.), dann führte der agile Sengewald einen Freistoß aus, den Toni Schulz zum 0:2 versenkte (71.). Genau so überraschend wie das 0:2 fiel der Anschluss. Der Gast hatte sich über seine linke Abwehrseite auskontern lassen und Pohl, der überall auftauchte, schaffte das 1:2 (75.). Jetzt gings etwas mehr zur Sache auf dem Platz. Drei Gelbe Karten in nur drei Minuten ließen aber die Partie nicht ausarten. Motor-Kapitän Christian Thäder fabrizierte fast ein Eigentor (80.) und nach einem Tohuwabohu im Fünfmeterraum der Gäste schaffte André Hoyer, als es fast schon dunkel war, doch noch den Ausgleich (89.).
Olaf Distemeier: Es war spielerisch sicher kein Leckerbissen. Man hat den Druck auf unserem Team gespürt nach den letzten erfolgreichen Spielen. Nach dem 0:2 wollten wir mit aller Macht den Ausgleich, unsere Risikobereitschaft wurde belohnt, wenn auch glücklich.
Matthias Liebers: Wir sind sehr enttäuscht. Vor der Pause haben wir ordentlich gespielt, später kam zu wenig Entlastung. Wir wussten um die Anfälligkeit der Schleizer Hintermannschaft und haben die mit unserem frühen Stören beeindruckt.
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