Fazit FSV Schleiz I. - Halbserienziel verfehlt!!!
Frank Gerisch, 16.12.2016
Ein turbulenter Sommer lag hinter der ersten Männermannschaft des FSV Schleiz. Mit dem am Ende souveränen Aufstieg in die Landesklasse, der damit verbundenen Aufstiegsfeier und dem Vereinsfest Mitte Juni gab es viel zu feiern. Man munkelt, dass dabei auch das ein oder andere Bier getrunken wurde. Nicht nur deswegen lud Trainer Pellmann bereits drei Wochen später Anfang Juli zum Trainingsauftakt ins Schleizer Freibad. Neben den Männern der Aufstiegsmannschaft waren mit Alexander Weber, Stefan Schubert (beide LSV 49 Oettersdorf), Florian Schilling (SV Fortuna Gefell) und Moritz Krell (VFB Mühltroff) auch vier neue Gesichter mit von der Partie. Mit 7 Vorbereitungsspielen innerhalb von 4 Wochen hatten die Mannen um Kapitän Gerisch ein straffes Programm vor der Brust. Die Tests verliefen sehr durchwachsen. Mit Siegen über den 1.FC Trogen (6:3), Unterwellenborn (3:5) und Gera-Westvororte (6:1) konnte Trainer Pellmann durchaus zufrieden, doch die Niederlagen gegen Mühltroff und ESV Lok Zwickau und das Unentschieden gegen Moßbach warfen viele Fragezeichen aus. Zweifellsohne das Highlight der Vorbereitung war die Partie gegen die Zweite Mannschaft des FC Carl Zeiss Jena, in welcher man gut mitspielte und am Ende ein beachtliches 3:6 gegen das Oberliga-Team aus der Saalestadt erreichte. Schlussendlich wurde das Ziel eines einstelligen Tabellenplatzes ausgegeben, wobei sogar mit Rang 5 geliebäugelt wurde. EIn Trugschluss, wie sich bisher zeigt.
Im ersten Pflichtspiel der neuen Saison erwartete der FSV Schleiz den Mitaufsteiger aus Saalfeld. Dabei schied die Pellmann-Elf in der Qualifikationsrunde zum Landespokal mit 2:4 aus.

(Saalfeld war einfach zu abgezockt, sodass der FSV nach langer Abstinenz aus dem Thüringenpokal ausschied, bevor er eigentlich startete.)
Bereits eine Woche später startete die neue Landesklassen-Saison mit dem Derby gegen den SV Blau-Weiß 90 Neustadt. In einer packenden Begegnung erkämpfte sich der Neuling einen verdienten Punkt, trotz langer Unterzahl. Danach reisten die Rennstädter nach Stadtilm, dabei fehlten einige Spieler (wie jedes Jahr wegen diverser Festivalaktivitäten in Saalburg). Mit einem am Ende glücklichen Punktgewinn (2:2) fuhr man nach Hause.

(Kein gutes Spiel ihrer Mannschaft sahen beide Trainer am 2. Spieltag in Stadtilm. Dennoch blieb der FSV ungeschlagen und brachte einen Punkt mit in die Rennstadt.)
Gegen clevere Stadtrodaer gab es die erste Heimniederlage (0:2). Doch davon ließen sich die FSV-Kicker nicht entmutigen und fuhren am 4. Spieltag den langersehnten ersten Dreier in der Landesklasse ein, dabei wurde ein Rückstand noch zu einem 1:3 Auswärtserfolg in Kahla umgemünzt.

(Kaum zu glauben, aber der FSV drehte einen Rückstand und gewann am Ende 1:3 in Kahla. Der erste Dreier in der neuen Spielklasse!)
Gegen Ilmenau (2:3) und Jena-Zwätzen (1:2) hielten die Schleizer lange Zeit gut mit, aber am Ende standen keine weiteren Zähler auf dem Punktekonto. Dies änderte sich kurze Zeit später. Am verlängerten „Einheitswochenende“ konnten zwei Siege errungen wieder. Dabei wurde die Reserve von Schott Jena durch eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mit 6:2 vom Platz gefegt. Den 3. Oktober 2016 wird wohl einer ganz besonders gut in Erinnerung behalten. Die Rede ist von Christian Graewe, denn ihm gelang an diesem Tag fast alles und er schoss mit 3 Toren den TSV Bad Blankenburg quasi im Alleingang ab. Zum Schluss stand ein 5:3 Erfolg, in einer spannenden Auseinandersetzung.

(Links: F. Gerisch besorgt nach Doppelpass mit A. Pohl den Führungstreffer gegen Schott. Rechts: Matchwinner C. Graewe sorgt mit drei Toren für Aufsehen gegen Bad Blankenburg.)
Die Freude der Kreisstädter sollte jedoch nicht lange anhalten. Der Herbstmeister aus Weida und die Saalfelder erwiesen sich als harte Brocken und in beiden Spielen blieb nur die Rolle des Gratulanten (jeweils 1:2-Niederlagen). Wieder mussten die Pellmann-Schützlinge Lehrgeld bezahlen und bekamen eindrucksvoll aufgezeigt, dass in dieser Liga jeder Fehler eiskalt bestraft wird. Die wohl überzeugendste Leistung der Hinrunde bot der FSV gegen den 1.FC Greiz. Die Gäste aus dem Nachbarkreis hatten an diesem Tag nicht den Hauch einer Chance und wurden mit 4:0 bezwungen.

(Gegen Greiz bot auch M. Stankowski eine gute Leistung und war damit maßgelich am Erfolg beteiligt.)
Doch wie schon in den vorangegangenen Partien, wechselten sich Licht und Schatten im Schleizer Spiel fast wöchentlich ab. In Arnstadt gab es eine herbe 5:0-Packung und im Derby gegen Bad Lobenstein zogen die FSV-Spieler nach schwacher Leistung mit 1:3 den Kürzeren.

(Immer einen Schritt zu spät kam der FSV im Oberlandderby gegen Bad Lobenstein.)
Als der FSV Schleiz Ende November nach Silbitz fuhr, dachte noch niemand daran, dass dies das letzte Spiel mit Rico Pellmann an der Linie sein wird. Durch eine gute Leistung im zweiten Spielabschnitt behielt man mit 1:2 die Oberhand.

(Das letzte Tor für den FSV erzielte Kapitän F. Gerisch im Auswärtsspiel gegen den Silbitz/Crossen)
Das letzte Hinrundenspiel gegen Zeulenroda wurde aufgrund der schlechten Platzverhältnisse auf nächstes Jahr verschoben. Am Ende einer durchschnittlichen Hinrunde steht ein 11. Platz zu Buche (da Zeulenroda noch drei Punkte bekommt). Dennoch ist dies noch lange kein Ruhekissen, denn bei bis zu 5 Absteigern ist die Abstiegszone sehr nahe. Vor allem dürfte das Hauptaugenmerk der Vorbereitung auf dem Defensivbereich liegen, denn 28 Gegentreffer in 14 Spielen ist eindeutig zu viel. Einen versöhnlichen Abschluss des, für den FSV Schleiz ereignisreichen, Spieljahres, stellt die obligatorische Weihnachtsfeier der beiden Männermannschaften am kommenden Samstag dar.
Einzelspielerstatistik:

Quelle:JP Sheriff