Est. 1913

Trotz Kantersieg - die Pass- und Tormaschine stottert

Jörg Häußler, 26.04.2026

Trotz Kantersieg - die Pass- und Tormaschine stottert

Eines vorneweg: wenn unser Bericht hier zum Spiel gegen Lobeda etwas kritischer ausfällt, hat das nichts mit geringer Wertschätzung oder fehlendem Fair Play gegenüber dem tapferen Gegner zu tun, sondern eher mit einer selbstkritischen Einschätzung unserer schwarz-gelben Farben.
Am Ende hieß es 9:0 gegen die ziemlich deutlich unterlegenen Lobedaer. Auf dem Papier ein Schützenfest, spielerisch aber hatten sich die Schleizer viel mehr vorgenommen. Nach dem wirklich guten Auftritt beim Turnier am letzten Samstag in Gera (eine kleine Ostthüringen-Meisterschaft) waren die Rennstädter heute klarer Favorit. Daran ließen die FSV-Jungs zu Beginn auch keinen Zweifel aufkommen. 4:0 stand es nach 7 Minuten gegen überforderte Lobedaer nachdem die Schleizer mit offenem Visier voll auf Angriff spielten. Mit einem 6:0 ging es haushoch überlegen in die Kabine. Lenny umkurvte mehrfach elegant Freund und Feind und erzielte 3 Treffer, Paul mit einem Doppelpack und Emil mit einem satten Schuss trugen sich in die Torschützenliste ein. Mit „nur“ 6 Stück waren die Gäste noch gut bedient.

Was sich zum Ende der ersten Hälfte schon andeutete, verfestigte sich in Halbzeit zwei: die Schleizer verloren irgendwo zwischen Euphorie und Selbstüberschätzung komplett den spielerischen Faden. Jeder der Schleizer Kicker glaubte wohl sich mit einem Tor belohnen zu müssen. So blieb vieles Stückwerk; immer wieder dribbelten sich die FSV-Jungs fest, statt den Ball zum besser postierten Mitspieler zu passen. Die aufopferungsvoll kämpfenden Lobedaer machten es mit den verfügbaren Mitteln geschickt und verteidigten mit Mann und Maus. Vor dem Jenaer Tor spielten sich zum Teil verrückte Szenen ab, aber der Ball zappelte viel zu selten im Netz. Aus der drückenden Überlegenheit machten die Schleizer eindeutig zu wenig. Hektisch, unkonzentriert und überhastet versuchten unsere Schwarz-Gelben mit „Bruder Leichtfuß“ und der berüchtigten Brechstange die Gäste zu überwinden. Die „feine Klinge“ wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Trotzdem: Til, Otto und erneut Emil erzielten die 3 Treffer in Halbzeit zwei.

Die Jungs waren mit sich selbst heute nicht zufrieden, auch wenn man ein 9:0 eigentlich feiern müsste. Aber: im Kampf um die Tabellenspitze beziehungsweise um die „Meisterschaft“ könnte das Torverhältnis eine ganz entscheidende Rolle spielen. Heute war Gelegenheit das Tore-Konto kräftig aufzufüllen. Nach dem starken Beginn und der drückenden Überlegenheit muss auch der neutrale Beobachter festhalten: 9 Eier im Lobedaer Nest waren eigentlich zu wenig. Das lautstarke Zitat von Matthias in Minute 40: „ihr dürft in euren Trikots auch schwitzen!!!“ ist bezeichnend für den verkrampften Auftritt in Halbzeit 2. Das können die Gabler-Hoppe-Priede-Männer besser! Aber auch aus dieser Erfahrung werden die Jungs lernen. Im Liga-Schlussspurt stehen nun noch 4 Spiele an. Schleiz muss seine „Hausaufgaben“ machen  - und das mit möglichst vielen Treffern - will man Platz 1 bis zuletzt verteidigen.


Quelle:Stefan Götz


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