Est. 1913

Sieben zu Gast bei Vier: Schleiz reist mutig, aber gewarnt zum 1. FC Eichsfeld

Leif Broßmann, 20.03.2026

Liebe Schleizer, was macht dieses Bild mit euch?

Wenn ich es sehe, bekomme ich Gänsehaut! Es drückt Erleichterung, Überraschung, pure Freude und noch viel mehr aus. Denn es stammt vom 31. Mai 2025, dem Tag, an dem der FSV Schleiz nach wochen-, sogar monatelangem Bangen den Klassenerhalt in der Vorsaison fixgemacht hat.

Dazu verhalf ein absolut unerwarteter Auswärtssieg beim 1. FC Eichsfeld, der mit starker Form damals auf Tabellenplatz fünf stand und selbst noch auf Rang vier vordringen wollte. Unter den Glückwünschen des Stadionsprechers wurde der Rasenplatz in Struth zu einem Ort, an dem sich Männer weinend in den Armen lagen, die treuen Auswärtsfans, die trotz geringer Erfolgsaussichten die lange Reise auf sich nahmen, für ihr Vertrauen belohnt wurden und Peter Slawik – späterer Mannschaftsbetreuer – sich mit zwei Stiegen Freibier bei der Mannschaft vorstellte. Zuvor hatten in einem Spiel voller Auf und Ab – darunter je ein Platzverweis noch vor der Halbzeit und ein verschossener Elfmeter – Albert Pohl und Joao Mendes die beiden Treffer erzielt, die letztlich zum schwarz-gelben 1:2-Erfolg reichen sollten.

Thüringenliga, 20. Spieltag
1. FC Eichsfeld – FSV Schleiz
Samstag, 21. März | 14:00 Uhr
Kunstrasenplatz Struth

Genau diese beiden waren es auch, die nun, fast zehn Monate später, die Tore beim Heimsieg gegen Wacker Nordhausen machten. Und als nächstes steht für die Rennstädter die Auswärtsfahrt an diesen besonderen Ort in Struth an. Die Nordwestthüringer sind immer noch eine Spitzenmannschaft der Liga, befinden sich auf dem vierten Tabbellenplatz und haben das klare Ziel die "beste Saison der Vereinsgeschichte" zu spielen.

Dazu trug im Hinspiel auch ein 1:2-Erfolg in Schleiz bei, als ein Doppelschlag in der Mitte des ersten Durchgangs die junge Mannschaft in Front brachte. Ovsiannikovs Anschlusstreffer eine Viertelstunde vor Schluss kam zu spät.

Während die Eichsfelder damals die Tabellenführung festigten, machte sich seit Rückrundenbeginn etwas Unruhe breit. Drei der vier bisherigen Partien gingen gegen Weida (3:1), Nordhausen (2:3) und zuletzt gegen Wismut Gera (4:3) verloren; gegen Geratal siegte die Erkner-Elf mit 5:3.

Apropos: Coach Dennis Erkner wird zum Saisonende die Trainerbank in Struth räumen. "Eine Pause [...] tut mir gut", blickt er voraus, ist sich aber sicher, dass der Mannschaft, die ab dem Sommer von Ronald Leonhardt gelehrt wird, eine große Zukunft bevorstehe.

Denn sie ist jung, hochtalentiert und hungrig. Und sie weiß, wie sie ein Spiel an sich reißen kann, wann es mal ruppiger zugehen muss und wann Zeit zum Zaubern ist. Der FSV Schleiz musste das auch im eingangs erwähnten Nichtabstiegsspiel erfahren. Auch von den Rängen wird fleißig, lautstark, aber häufig nicht allzu sinnvoll kommentiert. Es gilt, sich darauf einzustellen und nicht allzu viel drauf zu geben.

Damit wären die Rennstädter ohnehin ganz gut beraten: Der Fokus auf das eigene Auftreten brachte zuletzt einen Positivtrend nach holprigem Restart. Während in Weida sowohl hinten als auch vorn die Null stand, konnten die Schwarz-Gelben vergangene Woche zu Hause vollends überzeugen und Wacker Nordhausen mit 2:0 besiegen. Im Eichsfeld könnten nun wieder die Klarheit im Zweikampf und dem Spiel mit Ball sowie eine reichliche Portion Mut der Schlüssel zu einem Auswärtserfolg werden. Verstecken werden sich die Ostthüringer jedenfalls nicht müssen, falls sie es schaffen, an die Leistungen der letzten beiden Wochen anzuknüpfen!

Um 14:00 Uhr wird Christoph Rübe am morgigen Samstag die Partie anpfeifen – erstmals auf dem neuen und bisher noch unbekannten Kunstrasenplatz Struth.

Sieben zu Gast bei Vier: Schleiz reist mutig, aber gewarnt zum 1. FC Eichsfeld

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