Est. 1913

Erst skrupelloses Saalfeld, nun (form)starkes Weida: FSV sucht den Erfolg

Leif Broßmann, 06.03.2026

Erst skrupelloses Saalfeld, nun (form)starkes Weida: FSV sucht den Erfolg

Schleiz' Kapitän Albert Pohl ist hier zwar oben auf, letztlich entführten die rotgekleideten Saalfelder aber mit einer Weißen Weste drei Zähler vom Fasanengarten.

Es sollte das große Willkommen für die Heimzuschauer werden: Passend zum langsamen, aber sicheren Frühlingserwachen wollte die 1. Männermannschaft des FSV Schleiz im dritten Anlauf den ersten Dreier des Jahres holen.

Auf dem Platz und den Rängen hinterließ diese Partie letztlich allerdings schwarz-gelbe Ernüchterung, während ein cleverer und skrupelloser FC Saalfeld das nunmehr vierte Aufeinandertreffen in Folge – die Duelle auf dem Hallenparkett ausgenommen – für sich entscheiden konnte. Und das wieder zu Null.

Unerfüllte Hoffnungen

Dabei versprachen sich die Hausherren wohl besonders von der Schaustätte 'Hauptplatz' mehr. Die 200 zahlenden Zuschauer boten zwar die gewohnte Kulisse, konnten sich über die gesamte Spielzeit aber nicht von der Heimelf auf dem Platz anzünden lassen. Denn der fehlte die Power im eigenen Ballbesitz, auch weil der natürliche Untergrund wohl doch noch zu ungewohnt war. So entwickelte sich ein Thüringenligaspiel der eher unpektakulären Sorte mit gleich wenigen Chancen auf beiden Seiten (Daten zum Spiel)...

Schleiz scheitert, Saalfeld liefert

Im ersten Durchgang tauchte Albert Pohl nach Kopfballverlängung Broßmanns vor FCS-Schlussmann Onyshchenko auf, wurde von Saalfelds Libero Tom Henniger aber am Abschluss gehindert. Pätz' Querpass aus aussichtsreicher Position fand im Zentrum nach tollem Berger-Zuspiel keinen Abnehmer. Und als Dorn nach einer Gästeecke Pohl auf die Reise schickte, zog Henniger ein Foulspiel und unterband so diese Möglichkeit. Den fälligen Freistoß setzte Berger in die Mauer. Dorn scheiterte nach einer Ecke kurz vor der Halbzeit per Flachschuss am Saalfelder Schlussmann. Zu dem Zeitpunkt führten die Saalfelder bereits mit 0:1: Zunächst scheiterte Kleyla zwar noch am parierenden Jünger; wenig später waren Schleiz' Verteidiger sich nach einem Einwurf von Saalfelds rechter Seite uneinig und der Ball wurde ins Zentrum geklärt, wo Valentin Fehler mit einem astreinen Volley aus 20 Metern in den rechten Winkel zur Führung für die Saalestädter einschweiste (28.).
Im zweiten Durchgang verfehlten die Gäste nach einem Abpraller erst noch das leere Tor, ehe Kapitän Kleyla (wieder nach einem Einwurf von rechts) am langen Pfosten blank stand und eiskalt zum Endstand traf (78.). Schleiz' letzten Versuch zur eigenen Torerzielung hatten Pätz und Langer, die sich dabei jedoch eher gegenseitig behinderten als zu unterstützen.

Der feine Unterschied

Schleiz hätte es beliebig lang weiterprobieren können – ein Tor wäre ihnen an diesem letzten Februartag 2026 nicht vergönnt gewesen. Letztlich machten zwei Tore den Unterschied, jedoch auch die Clevernis und eine Prise Glück. Exemplarisch klar wird das am Vergleich zweier Foulspiele: Während Saalfelds Henniger im ersten Durchgang – wie schon beschrieben – kurz vor der Strafraumgrenze ein derart cleveres Foul spielte, dass es weder einen Strafstoß noch eine rote Karte nach sich zog, musste der Schleizer Lukas Nietsch das Spielfeld wegen einer Gelb-Roten vorzeitig verlassen (74.). FCS-Stürmer Abdulhadi nahm dessen herkömmlichen Armeinsatz gewieft an und Schiedsrichter Lautensack deutete die Situation als taktisches Foulspiel. Vier Minuten später fiel das Tor zum Endstand.

Roger Fritzschs Statement zum Spiel:
Beide Gegentore resultieren nach Einwürfen, wobei die Torschützen jeweils völlig blank stehen! Das darf auf diesem Niveau so nicht passieren. Uns selbst fehlt momentan im letzten Drittel die Überzeugung und der letzte Punch, um solche höhepunktarme Spiele in unsere Richtung zu lenken. Eine Niederlage die extrem weh tut, da wir die gleiche Anzahl an Möglichkeiten hatten, sie aber ungenutzt ließen! Glückwunsch an Saalfeld!

Fotos vom Spiel (Kimi Müller)

Alles Schrott? Weida, immer weida!

Der FSV Schleiz hat den Start ins Pflichtspieljahr 2026 also redlich versaut. Nun steht die Auswärtsaufgabe in Weida an. Der FC Thüringen katapultierte sich am vergangenen Spieltag mit einem 0:2-Derbyerfolg bei Wismut Gera auf Rang zwei der Tabelle. 700 Zuschauer sahen auf dem lichtüberfluteten Kunstrasen Am Steg die Tore von Peuker und Fuchs. Und gerade weil auch Primus SCHOTT Jena am Folgetag gegen Borsch nicht über ein Unentschieden hinauskam, haben die Ostthüringer Blut geleckt – und wollen sicher noch weiter nach oben.

Stolperstein Schleiz?

Tabellensituation, Momentum, Kaderbreite: Auf unseren FSV setzen in dieser Begegnung wohl nur die wenigsten; schließlich geht es nicht nur gegen den seit sieben Spielen ungeschlagenen Thüringenliga-Zweiten ran, sondern auch gegen einen absolut abgebrühten Gegner, der genau die Offensivwucht besitzt, die den Rennstädtern zuletzt fehlte. Mit Lehmann (11 Treffer), Peuker (10), Fuchs und Graham (jeweils 6) wissen die Osterburgstädter gleich ganze vier treffsichere Akteure in ihren Reihen. Dem möchte sich die immerhin fünftbeste Defensive der Liga wieder gefestigter als noch in den letzten Partien gegenüberstellen. Und mit Ball wollen die Schleizer zeigen, dass auch sie noch wissen, wo das Tor steht – nach zuletzt zwei Partien ohne eigenen Treffer ist das auch nötig.

Vielleicht kann so ja eine kleine Überraschung gelingen. Dabei dürfen gern viele Schleizer Unterstützer helfen. Also kommt am Samstag, dem 7. März, mit nach Weida und feuert unseren Fußballsportverein an!


Quelle:Leif Broßmann (Text) | Kimi Müller (Foto)


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