FSV Schleiz reist mit knappem Personal und wenig zu verlieren nach Nordhausen
Alexander Hebenstreit, 18.08.2023
Nachdem in den ersten beiden Spielen noch nicht allzu viel klappen wollte, hoffen die Rennstädter um Nicky Eichelkraut nun auf das erste Erfolgserlebnis der noch jungen Saison. Die Hürde hierfür könnte mit dem Gastspiel bei Oberliga-Absteiger Wacker Nordhausen jedoch kaum höher sein. Foto: Jürgen Müller
Thüringenliga, 2. Spieltag
FSV Wacker 90 Nordhausen – FSV Schleiz
Sonntag, 20. August | 14 Uhr | Albert-Kuntz-Sportpark Nordhausen
Viel zu beschönigen gibt es nicht. Würde man den Auftakt des FSV Schleiz in eine Saison, die eigentlich noch gar nicht richtig begonnen hat, als mäßig bezeichnen, wäre das wohl bereits eine wohlwollende Umschreibung. War das 1:1 gegen Aufsteiger FSV Ohratal angesichts des Heimvorteils bereits zu wenig, dürfte das folgende Pokalaus beim Landesklässler FC Thüringen Jena endgültig als Stimmungskiller getaugt haben. Und nun? Soll ausgerechnet bei einem der Titelanwärter das erste Erfolgserlebnis eingefahren werden.
Die Rennstädter sind im ersten Sonntags-Pflichtspiel seit Mai 2022 beim FSV Wacker Nordhausen gefordert und schon vorher steht fest: Wollen sie etwas Zählbares mitnehmen, wird jeder einzelne Schleizer über sich hinauswachsen müssen. „Die Vorzeichen für die Partie bei einem der Topfavoriten könnten nach dem peinlichen Pokalaus nicht schlechter stehen“, erklärt passend hierzu Roger Fritzsch um anschließend gleich eine ganze Reihe von Akteuren aufzuzählen, die ihm für die Begegnung im Albert-Kuntz-Sportpark aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung stehen. „Unter diesen Umständen, die definitiv nicht verbandsligatauglich sind, Prognosen oder große Kampfansagen zu machen, liegt mir fern“, so der Schleizer Trainer weiter.
Beim Gegner unterdessen wird man nach dem 3:0-Auftaktsieg bei der Spielvereinigung Geratal nun sicherlich auch den ersten Heimdreier einfahren wollen, um die Thüringenliga zum Ende der Saison möglichst wieder nach oben hin zu verlassen. Davon, dass es in Nordhausen mindestens die äußeren Bedingungen allemal hergeben, auch höherklassigen Fußball spielen, können sich diejenigen unter den Schleizer Fans überzeugen, die die weite Fahrt auf sich nehmen.
Es ist noch gar nicht allzu lange her, da träumte man bei Wacker unter dem damaligen Präsidenten Nico Kleofas laut von der 3. Liga. Mit einem Insolvenzantrag im Dezember 2019 war das Wolkenschloss jedoch endgültig geplatzt und es folgte der sportliche Abstieg aus der Regional- bis in die Thüringenliga. Inzwischen aber richtet sich der Blick des FSV Wacker wieder nach vorn und zumindest die Oberliga soll es dann nach einem möglichst kurzen Intermezzo im Fußballoberhaus des Freistaats dann doch sein.
Zu Beginn des Jahrtausends standen sich beide Vereine übrigens sogar schon in zwei Spielzeiten auf dem Feld gegenüber. Ein aus welchen Gründen auch immer auf diese Weise ausgewürfelter Gebietszuschnitt der damals zwei Thüringer Landesklassen sorgte dafür, dass Schleiz und Nordhausen in der gleichen Staffel kickten. In immerhin drei der vier Ligaspiele zwischen 2003 und 2005 gelang den Rennstädtern per Remis ein Punktgewinn. Dass es auch diesmal damit klappt, kann er zwar nicht versprechen, aber immerhin eines versichert Roger Fritzsch vorab: „Die Jungs, die zur Verfügung stehen, werden ihr Bestes geben!“