Est. 1913

Olaf Distelmeier tritt als Trainer des FSV Schleiz zurück

Alexander Hebenstreit, 22.08.2018

Olaf Distelmeier tritt als Trainer des FSV Schleiz zurück

Ganz oder gar nicht: Immer mit vollem Einsatz kannte man Olaf Distelmeier an der Seitenlinie des FSV Schleiz. Das ist nun Geschichte. Das Foto zeigt ihn während des 3:2-Derbysiegs gegen den VfR Bad Lobenstein vor fast genau einem Jahr. Die Neuauflage des Nachbarschaftsduells wird am Freitagabend die erste Partie der Nach-Distelmeier-Ära sein.

 

Die erste Mannschaft des FSV Schleiz steht kurz nach dem Beginn der Saison 2018/19 ohne Trainer da. Olaf Distelmeier ist mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurückgetreten. Darüber informierte er am Dienstagabend seine - nun ehemalige - Mannschaft sowie den Vorstand.

Hintergrund ist eine Meinungsverschiedenheit vom zurückliegenden Wochenende, als er mit einer arg dezimierten FSV-Elf sein letztes Pflichtspiel als Schleizer Trainer im Thüringenpokal mit 4:0 beim SV Blau-Weiß Büßleben verlor. "Ich bin zurückgetreten, weil ich mit einer Personalentscheidung der Präsidentin nicht einverstanden bin. Dadurch wurde mir das Weitermachen, das Weitertrainieren und Weiterbetreuen der Mannschaft unmöglich gemacht", begründet der scheidende Trainer seinen Schritt. "Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und werde sicher noch wochenlang brauchen, um es zu verdauen, aber ich hatte keine andere Möglichkeit. Es tut mir leid für die Mannschaft und ist auch für mich persönlich schade, dass nach gut eineinhalb Jahren Schluss ist", so Distelmeier weiter.

"Ich bedauere den Zeitpunkt und die Art des Rücktritts, da ich sehr froh war, Olaf Distelmeier Trainer unserer ersten Männermannschaft nennen zu dürfen", kommentiert die 1. Vorsitzende Claudia Ludwig den Entschluss des Pöllwitzers. Zu Ihrer Entscheidung, die letztlich zu diesem Ergebnis führte, steht sie aber: "Mit meinem Entschluss vom Samstag habe ich im Sinne unseres ganzen Vereins gedacht und entschieden." Ungeachtet der nicht einvernehmlichen Trennung findet die Vereinsvorsitzende des FSV Schleiz dennoch lobende Worte für den einstigen DDR-Oberligaspieler. "In den letzten anderthalb Jahren hat er durch sein Training und seine Gedanken zu den Spielen unsere Spieler - egal ob jung oder alter Hase - enorm weitergebacht. Ich und der ganze Vorstand bedanken uns bei Herrn Distelmeier für die geleistete Arbeit und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft."

Olaf Distelmeier, für den es nach rund zwei Jahrzehnten die zweite Amtszeit als FSV-Trainer war, übernahm die Mannschaft zur Wintervorbereitung in der Saison 2016/17 und trat damit die Nachfolge von Rico Pellmann an, dessen Vertrag aus beruflichen Gründen einvernehmlich aufgelöst wurde. Gerade in den ersten Monaten unter seiner Leitung entwickelte sich ein so lange nicht gesehener Konkurrenzkampf, der sich auch in den Ergebnissen wiederspiegelte. In den ersten neun Spielen unter Distelmeier holte der FSV Schleiz sensationelle 25 von 27 möglichen Punkten, ehe es gegen den späteren Meister aus Weida die erste Niederlage setzte. In der Abschlusstabelle reichte es zu Rang sechs, zur Winterpause waren die Rennstädter noch Elfter.

Nach mehreren Abgängen im Sommer - darunter Topstürmer Albert Pohl - ging es mit einem spürbar kleineren Kader in die neue Saison und das hohe Niveau der Rückrunde konnte - womöglich auch einer Systemumstellung geschuldet - nicht gehalten werden. Wie im Vorjahr überwinterte der FSV auf Rang elf und wie im Vorjahr folgte eine starke Rückrunde. Dieses Mal ging der Weg sogar noch weiter oben, so dass Schleiz auf einem vor der Saison nicht für möglich gehaltenen fünften Platz landete. Einen dritten Streich wird es nun nicht geben.

"Es war mit Sicherheit nie einfach, aber ich wollte es auch nicht einfach haben", sagt Distelmeier rückblickend. Ein konkretes Ereignis, an das er sich besonders gern erinnert, gibt es nicht. "Es gabe sehr viele aufregende Momente - sowohl in die eine als auch die andere Richtung." Sehr schön seien beispielsweise die Auswärtssiege gegen Stadtroda und Ilmenau in seiner ersten Saison gewesen. "Ich bedanke mich bei allen, die es möglich gemacht haben, dass wir in den letzten beiden Spielzeiten Platz fünf und sechs erreicht haben und wünsche der Mannschaft alles Gute", so die abschließenden Worte Olaf Distelmeiers.

"Es ist sehr schade, dass uns einer der besten Trainer im Umkreis verlässt. Das Fehlen seines Ehrgeiz' und Engagements sind ein großer Verlust für den Verein und die Mannschaft", bedauert Kapitän Mirko Horn den Rücktritt. Dennoch richtet er den Blick nach vorn: "So schwer es ist, müssen wir das jetzt so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen und uns auf die schwierige Aufgabe im Derby gegen Bad Lobenstein konzentrieren, in dem uns mit Sicherheit alles abverlangt wird." Auf das Nachbarschaftsduell wird die Mannschaft von Co-Trainer Dirk Ludwig eingeschworen. Wann ein neuer Cheftrainer präsentiert werden kann, ist aktuell noch ungewiss.

 

Herr Distelmeier, der komplette FSV Schleiz und die erste Mannschaft im Speziellen bedanken sich herzlich für Ihr großes Engagement und die vielen schweißtreibenden und lehrreichen Einheiten, die uns trotz schwieriger Bedingungen große Erfolge feiern ließen. Alles Gute!


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