Heimsieg gegen den Tabellenführer

Schiedsrichter: Jan Weltzien
Zuschauer: 146
Wie der FSV Schleiz für die Überraschung des Spieltages sorgte...
Spielbericht vom 12. Oktober 2026
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Wer hätte das gedacht? Der FSV Schleiz setzte sich am achten Thüringenliga-Spieltag 2026/2027 mit 3:1 gegen dem 1. FC Eichsfeld durch und fügte so dem bisher makellosen Tabellenführer die erste Saisonniederlage zu.
Augenzeugen dieses schwarz-gelben Erfolgs waren gerade einmal 146 zahlende Zuschauer, nachdem ein regnerischer früher Nachmittag zahlreichen eventuellen Gästen wohl die Zuversicht auf erfüllende 90 Minuten an der frischen Luft nahmen. Und nach dem ersten Durchgang war bei vielen Schleizern auch die Zuversicht auf einen Überraschungserfolg geschwunden: Der Favorit führte nach einem Foulelfmeter, verwandelt durch Jakobi, mit 0:1 (42.). Ex-Profi Göbel konnte zuvor unbedrängt in den Strafraum eindringen und würde von Nukovic zu Fall gebracht.
Und angesichts der Spielanteile ging diese Gästeführung auch in Ordnung. Gerade mit dem Ball war es zu wenig, was der FSV Schleiz anbot, um die Eichsfelder in Verlegenheit zu bringen. Und auch wenn die Abwehrleistung und besonders die Leidenschaft wie schon in der Vorwoche gegen Oberligist Meuselwitz aller Ehren Wert war, wurden gewonnene Bälle häufig in bester Alibi-Manier lang geschlagen und so sofort wieder hergegeben. Schleiz fehlte im ersten Durchgang einfach der offensive Mut – ungefährliche Abschlüsse durch Ost, durch Pätz aus der Drehung und durch Hoyers Beinschuss waren die einzigen Torannäherungen des FSV in Halbzeit eins.
Auf der anderen Seite wurde es schon deutlich konkreter und die gefährliche Kombination aus dem erfahrenen Routinier Nils Pichinot und jungen, talentierten Akteuren drum herum brachte das Gehäuse von Keeper Jünger regelmäßig unter Beschuss. Zwei Flanken von der linken Seite brachten Abschlüsse durch Rippel (pariert) und Oberthür (geklärt) ein, Jakobi setzte seinen unbedrängten Flachschuss aus 15 Metern knapp daneben. Und Pichinot scheiterte aus der Drehung am wieder glänzend aufgelegten Jünger und setzte auch einen Kopfball drüber. Der Schleizer Rückstand war zur Halbzeit also verdient, wenngleich er in der Entstehung hätte verhindert werden können.
Trotzdem war es ja nur ein Tor, das die Hausherren hier für einen Punktgewinn brauchten. An der defensiven Aufopferung änderte sich also auch im zweiten Durchgang nichts. Zu erwähnen sei diesbezüglich noch, dass Schulz Eichelkrauts Posten hervorragend ersetzte, nachdem die Abwehrfichte schon nach einer Viertelstunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Gute Besserung, Nicou!
Zur bestehenden Abwehrleistung gesellte sich im zweiten Durchgang aber endlich die notwendige Entlastung durch zielstrebige und eben auch mutige Konterangriffe sowie das für den FSV Schleiz eher ungewohnte Spielglück zum richtigen Zeitpunkt. Auffäliligster Protagonist auf Eichsfelder Seite war zu Beginn der zweiten Halbzeit Meißner, der defensiv rettete und vorn Pichinots zentralen Abschluss auflegte, sowie selbst knapp per Distanzschuss am Pfosten scheiterte.
Dann glich Schleiz aus: Eine Ecke führte Langhof kurz auf Ost aus, der zurückspielte und Langhofs 1:1 somit auflegte. Denn die Flanke des Sommerzugangs segelte ins lange Eck (65.)! Die Gäste monierten hier das Einsteigen von Pohl gegen Schlussmann Svarc, was dem souveränen Gespann um Schiedsrichter Weltzien aber nicht für ein Foulspiel und somit die Aberkennung eines Treffers reichte.
Jetzt hatten die Hausherren, die schon zehn Minuten zuvor mit Pohls Pfostentreffer nach einem Konter am Ausgleich klopften, das Oberwasser. Weitere zehn Minuten nach Langhofs erstem Treffer legte er nach einem mustergültigen Gegenangriff nach: Als Schulz auf der Linie klärte, ging es über Fedoriaka und Pohl im Doppelpass ab, einen tiefen Ball verarbeitete Geburtstagskind Pätz (nun 29+2) mustergültig und mit Übersicht – und Langhof behielt vor dem Tor die Ruhe (75.).
Und als selbst der eher zweikampfscheue Doppeltorschütze dann aufopferungsvoll in die Defensivkopfbälle sprang, erkannte jeder Zuschauer, dass der FSV Schleiz nun in einem regelrechten Rausch war. Pohls Heber verfehlte das Tor aber knapp, während der sehr trainingsfleißige Garstka seinen Abschluss nach einer tollen Bewegung ebenfalls neben den Kasten setzte.
Und als die Gäste noch einmal erstarkten, konnten sich die Rennstädter auf Jünger verlassen, der nach Zimmermanns elegantem Solo über den halben Platz reaktionsschnell parierte. So machte Pohl den Deckel drauf und besorgte nach Schulz' Klarungsaktion mit seiner unvergleichlichen Wucht den 3:1-Endstand!
Dieses Spiel zeigte den Schwarz-Gelben abermals, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen – ausgehend von defensiver Leidenschaft über das Vertrauen in die Mitspieler, Zielstrebigkeit und mannschaftliche Geschlossenheit hin zum Einbringen der individuellen Stärken jedes einzelnen. Der junge Ost konnte die Ausfälle von Imura und Mendes mit einem beherzten Startelfdebüt kompensieren, Schulz, Fedoriaka und Garstka erfüllten ihre Joker-Rollen bravourös und der 60-Minuten-Pätz bekam die volle Spielzeit zum Geburtstag geschenkt und überzeugte als Motor und mit der Vorlage zum 2:1.
Am kommenden Samstag wartet die Auswärtsaufgabe beim TSV Gera-Westvororte. Geht es nach dem Pokalduell vor einigen Wochen, dürfte es auch dann viele Treffer geben. Plant euch die Auswärtsfahrt nach Scheubengrobsdorf gern ein – wir brauchen euch!
Text: Leif Broßmann
Bilder: Jürgen Müller (1-18) & Thomas Quentin (19-57)
Video: Regiosport TV via YouTube






































































