Nachtrag: Mehr Rassismusvorfälle als Tore
Schiedsrichter: Enrico BohligLinienrichter: Ronny Otto, Stefan Lenz
Zuschauer: 99
Preußen Bad Langensalza und Schleiz trennen sich 0:0
Spielbericht vom 7. Oktober 2026
Am siebten Spieltag setzte es für die Thüringenligafußballer des FSV Schleiz ein torloses Unentschieden in Bad Langensalza.
Den Gästen gehörte dabei die erste Halbzeit. Abgesehen von Pohls Möglichkeit nach einem abgefangenen Rückpass und Dorns Versuch übers Tor sprang aus dem Plus an Ballbesitz aber nichts gefährliches heraus.
In Durchgang zwei zeigte sich ein ähnliches Bild: Schleiz kombinierte sich mit unter sehr ansehnlich in die Hälfte des Gegners, fand im Angriffsdrittel aber einfach keine Mittel – es wirkte regelrecht überfordert –, um den Kasten von Preußen-Keeper Gath unter Beschuss zu bringen. Den ansehnlichsten Spielzug über Bamba, Langhof, Pohl, Pätz, wieder Langhof und wieder Pohl grätschte ein Verteidiger kurz vor dem einschussbereiten Berger weg.
Die Preußen – im ersten Durchgang nur durch einen Fernschuss und einen Vorstoß in den Schleizer Strafraum, der jedoch rechtzeitig bereinigt werden konnte, gefährlich – schnupperten mit Dolzers Versuch aus der Distanz nach einem Freistoß an der Führung. Doch statt Jubel war der Querbalken deutlich hörbar. Zuvor setzte Schleip noch einen Konter drüber, weil Bamba gut störte, und Zopf fand in Jünger seinen Meister.
Die letzten 20 Minuten waren pures Chaos und wohl das Schlechteste, was die Thüringenliga in dieser Saison bisher zu bieten hatte. Etliche lange Bälle waren zwar gut gemeint, kamen aber seltenst beim Adressaten an. So konnten keine Tore fallen und es blieb beim 0:0.
Während dieses Spiel also nicht wegen seiner Treffer in Erinnerung bleibt, so jedoch wegen mindestens zweier (wahrgenommener) Vorfälle rassistischer Prägung. Nachdem der eingewechselte Elton Marciano Sa sich mit kurzer Zündschnur präsentierte und häufig die Konfrontation mit den Gegnern suchte, forderte ein – offenkundig in Neunzehnhundert-Hknkrz hängengebliebener – Zuschauer vom Schiri, dem "schwarzen Schwein doch mal eine Karte" zu geben. Und auch ein Preußen-Spieler verhielt sich keineswegs wie ein Engel, versuchte Sa mit Affenlauten und -gesten aus der Reserve zu locken und katapultierte sich somit in Aus jedes sportsmännischen und menschenwürdigen Umgangs.
Leider hatten die Provokationen aber dahingehend Erfolg, dass Sa nach dem Abpfiff die rote Karte sah: Er wollte den Minusmensch konfrontieren, als FSV-Kapitän Albert Pohl die Situation zu schlichten versuchte und Sa wegzog. Der Portugiese stieß den Stürmer daraufhin mit einem Schlag zu Boden und wurde folgerichtig wegen einer Tätlichkeit gegen den eigenen Mann des Feldes verwiesen und wird mehrere Spiele fehlen! Die Sperre gilt natürlich auch für die 2. Mannschaft, der Sa zuletzt sehr helfen konnte.
Der FSV Schleiz verurteilt die diskriminierenden Anfeindungen gegen Elton Marciano Sa aufs Schärfste und prüft mögliche rechtliche Schritte.













