Est. 1913

„Einer für Alle und Alle für Einen“

Jörg Häußler, 31.05.2026

„Einer für Alle und Alle für Einen“

... so oder so ähnlich kann man die letzten Minuten des heutigen Spiels gegen die Sportfreunde vom FC Erfurt Nord zusammenfassen.

Bereits das Hinspiel verlief gelinde gesagt „hitzig“, wobei vermutlich wie immer beide Seiten ihre Anteile hatten. Auch in diesem Spiel lag von Beginn an eine gewisse Anspannung in der Luft. Nach der langen Autofahrt auf der A4 in die Landeshauptstadt wollten unsere Jungs endlich auf den Fußballplatz und ihr Können dort unter Beweis stellen. Die Erfurter Jungs - fußballerisch sehr gut ausgebildet, wollten sich ihrerseits für die Niederlage im Hinspiel revanchieren. Mit einem Sieg hätten sich die Erfurter sogar noch näher an Traktor Teichel und unsere Jungs herangeschoben. Schleiz wollte den 6. Tabellenplatz unbedingt verteidigen und so ging man - durch das Trainerteam Erik und Frank gut eingestellt - optimistisch und mit der notwendigen Ernsthaftigkeit ins Spiel.

Doch die ersten Minuten gehörten ganz klar den Jungs aus Erfurt. Geschickt wurde über die Außen gespielt und auch in der Mitte fehlte aufgrund zu großer Abstände der Zugriff, so dass man häufig den Ball hinterherlief. Der Himmel klarte auf, die Temperaturen stiegen und nach und nach gelang es, etwas Kontrolle über das Spielgeschehen zu entwickeln. Konzentrierter wurde gegen den Ball gearbeitet und vereinzelt Nadelstiche nach vorn gesetzt. Johann und Paul machten in vorderster Linie die Bälle fest und im Mittelfeld wurden nun endlich Zweikämpfe gewonnen. Zum Glück für unsere Jungs waren die Abschlüsse der Erfurter zu ungenau, zu häufig verpufften die Geschwindigkeitsvorteile durch unnötiges Abbrechen der Offensivaktionen...

Die vereinzelten Angriffe unserer Jungs brachten zunächst keinen Erfolg, v.a. der letzte Pass wurde zu häufig ein wenig zu steil oder überhastet gespielt. Durch geschicktes Anlaufen erzwang der Jüngste im Bunde, Paul das 1:0. Den Gegenspieler richtig angelaufen, Ball erobert, vor dem Torwart eiskalt geblieben, Jubelschreie auf Seiten des FSV.

Der Treffer wirkte wie ein Dosenöffner, die Brust wurde breiter und ein Ruck ging durch das Team. Julian, Linus, Arne, Anton, Armin und Eddi erspielten und erkämpften sich nun zusammen mit Johann und Paul Feldvorteile, Erfurt konnte seinerseits keine klaren Aktionen mehr für sich verzeichnen. Leicht angeschlagen, musste Arne dann das Feld verlassen. Harry, endlich wieder zurück auf dem Platz und eine Umstellung des Spielsystems sorgten nun für Dauerstress für die Erfurter. Leider konnten unsere Jungs diese Phase der Überlegenheit nicht in weitere Tore ummünzen und Erfurt blieb gefährlich, auch ohne zwingende Chancen für sich verbuchen zu können. Die Gangart wurde rauher, die Diskussionen auf und neben dem Platz nahmen zu und eventuell hätte der junge, ansonsten gut leitende Schiedsrichter eher mal ein Zeichen setzen können/sollen...sei es drum - die Pause stand an, Zeit die Gemüter etwas zu beruhigen.

Die zweite Hälfte begann, Matteo und Finjas kamen ins Spiel und Schleiz verzeichnete leichte Feldvorteile, doch klare Abschlüsse blieben Mangelware. Immer wieder wurden verbissene Zweikämpfe im Mittelfeld geführt. Die wenigen Vorstöße in die Box konnten immer wieder vereitelt werden. Dann ein Foul und ein verdienter Elfmeter für unsere Jungs. Paul bekam den Ball in die Hand gedrückt. Doch obwohl der 9m auf die Strafraumlinie und damit auf 11m verlegt wurde, blieb unser Jüngster ganz cool und verwandelte sicher zum 2:0.

Im Gefühl einer sicheren Führung drückte Schleiz nun weiter nach vorn, um den nächsten Treffer und damit vermutlich die Entscheidung zu erzwingen. Doch einen Moment nicht aufgepasst, eine plötzliche Überzahlsituation für die Erfurter und schon stand es 1:2. Und jeder Fußballer kennt diesen Moment, das Spiel kippt und die Erfurter witterten ihre Chance auf ein weiteres Tor. „Hoch und weit bringt Sicherheit“ war nun das Motto. Theo, inzwischen auch auf dem Feld, machte Meter und warf sich wie alle anderen Schleizer Fußballer in Mann und Ball. Die Beine wurden schwerer, Entlassung gelang kaum noch, Fans von gepflegtem Kurzpassspiel kamen in dieser Phase nicht auf ihre Kosten. Statt sauberem Spielaufbau gab es nun „langen Hafer“. Die Jungs gaben alles, Silas pflückte die Bälle herunter und die angesagte Nachspielzeit kam einem vor wie ein Teil von Herr der Ringe.

Doch all die Mühen sollten sich heute lohnen. Es war ein Sieg des Willens, eben „Einer für Alle und Alle für Einen“... Platz 6 ist damit quasi abgesichert. Jetzt geht es im letzten Heimspiel um die goldene Ananas. Aber bitte nehmt auch dieses Spiel ernst und belohnt euer Trainer- und Betreuerteam um Erik, Frank und Oli mit einem sportlich engagierten Auftritt gegen den JFC Gera.

Es war mir eine Freude, euch in diesem Jahr bei euren Spielen begleiten und kleine Spielberichte schreiben zu dürfen.
Ihr habt menschlich und fußballerisch eine tolle Entwicklung genommen und seid eine eingeschworene Truppe.
Für einige Jungs steht nun der Wechsel in die C-Jugend an. Auch dort werdet ihr in der Landesklasse auf attraktive Gegner treffen.

Als eine Art kleines „gallisches Dorf“ ist unser Verein schon ziemlich besonders im Konzert der großen Verbandsligamannschaften im Herrenbereich. Das spiegelt sich auch in den Juniorenmannschaften wieder. Bleibt zusammen, arbeitet weiter fleißig im Training und tragt mit Stolz das Trikot und das Wappen des FSV.

Ein großer Dank - auch wenn die Saison noch nicht zu Ende ist - gilt dem scheidenden Trainerteam Erik und Frank. Es ist nicht leicht, allen Anforderungen gerecht zu werden. Man muss auch unpopuläre Entscheidungen treffen und viel Zeit für das Ehrenamt investieren. Das ist heute alles andere als selbstverständlich.

Auch den Eltern, v.a. Sandra, Linda und Jenna, aber auch Oli, der viele Auswärtsfahrten abgesichert hat, gilt ein großes Dankeschön! Euer 🖤💛 Herz schlägt an der richtigen Stelle...bitte bleibt auch in Zukunft am Ball...


Quelle:Matthias Hoppe


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