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Gutes Ende mit leichtem Stimmungskiller: Zweite beweist Moral in Pokalkrimi

Alexander Hebenstreit, 11.09.2021

Gutes Ende mit leichtem Stimmungskiller: Zweite beweist Moral in Pokalkrimi

Erst rettete Leon Eichelkraut sein Team mit seinem starken rechten Fuß in die Verlängerung, später mit seinem zweiten Treffer ins Elfmeterschießen. Dort behielten seine Teamkollegen die Nerven und sicherten dem FSV Schleiz II den Einzug in die nächste Runde des Kreispokals.

 

2.Mannschaft : Spielbericht Kreispokal, QR

SV 08 Rothenstein II   FSV Schleiz II
SV 08 Rothenstein II 4 : 7 FSV Schleiz II
n. E.
(1:1, 2:2, 3:3)
2.Mannschaft   ::   Kreispokal   ::   QR   ::   04.09.2021 (15:00 Uhr)

Spielstatistik

Tore

2x Leon EichelkrautAsmir Nukovic

Assists

Alexander WeißJulian PickerAsmir Nukovic

Gelbe Karten

Julian Picker

Gelb-Rote Karten

Julian Picker (104.Minute)

Zuschauer

30

Torfolge

0:1 (35.min) - Asmir Nukovic per Kopfball (Julian Picker)
1:1 (37.min) - SV 08 Rothenstein II
2:1 (70.min) - SV 08 Rothenstein II
2:2 (90+3.min) - Leon Eichelkraut (Alexander Weiß)
3:2 (98.min) - SV 08 Rothenstein II
3:3 (112.min) - Leon Eichelkraut per Elfmeter (Asmir Nukovic)

 

Gutes Ende mit leichtem Stimmungskiller: Zweite beweist Moral in Pokalkrimi

 

Trainingsschluss - er bleibt noch etwas länger draußen, schießt ein paar mal aufs unbemannte Tor. Der älteste Bruder kommt mit Kind auf dem Arm dazu, gibt ein einige Tipps, wie man am besten anlaufen und seinen Oberkörper positionieren solle. Auch wenn die Hilfe nicht instantan fruchtete, im anstehenden Pokalspiel konnte Leon Eichelkraut zweimal einen Rückstand egalisieren und unsere Zweite damit ins Elfmeterschießen, in welchem man später die Nerven behielt, retten. Seinen ersten Treffer erzielte er dabei in wortwörtlich ‚letzter Minute‘: 120 Sekunden vorher noch in Field-Goal-Manier das Leder aus ähnlicher Position über den Ballfang gejagt, blieb er nun cooler und erlief sich einen von Keeper Alexander Weiß jenseits der gegnerischen Abwehrkette geschlagenen langen Ball, um ihn dieses Mal eiskalt ins lange Eck zu vollstrecken (90+3.). Direkt darauf pfiff der Schiedsrichter ab – Verlängerung beim Stand von 2:2.

Doch alles der Reihe nach: Das Spiel begann mit einem viertelstündigen gegenseitigen Abtasten beider Teams ohne nennenswerte Möglichkeiten und zwei gut stehenden Abwehrreihen. Nach einem Foul an Kapitän Picker einschließlich kurzer Verletzungspause (17.) war es ebenjener, der den Rothensteiner Keeper in Form eines zentral platzierten Weitschusses das erste Mal prüfte (22.) Es folgten ein zu hoch angesetzter Nietsch-Lupfer (28.) sowie eine Möglichkeit für Milan Mitrovic nach starkem Diagonalball (29.) – ebenfalls beide ohne Erfolg.
Der 1:1-Pausenstand fiel dann innerhalb dreier Minuten: Erzielte Asmir Nukovic nach einer Flanke Pickers noch das 0:1 per Kopfball (34.), glichen die Gastgeber kurz darauf aus, als ein langer Ball die aufgrund von Personalnot neu formierte FSV-Innenverteidigung – darunter sogar Trainer Marcus Kunte –, die bis dahin sehr wenig zugelassen hatte, passierte und der Gegner den Ball über Weiß hob (37.).
Hälfte Zwei war anfangs ein reiner Schlagabtausch: Chancen auf beiden Seiten, die Heimmannschaft nutzte sie zuerst, als der fleißige Rechtsaußen und ebenfalls Doppeltorschütze Paul Schmedicke Abstimmungsprobleme und die nunmehr direkt in Weiß' Gesicht scheinende Sonne nutzte, um auf 2:1 zu stellen (70.). Die Gäste mussten nun aufmachen, um irgendwie noch den Ausgleich zu erzielen, woraus sich natürlich auch Chancen der Platzherren ergaben, die jedoch entweder durch Weiß' Paraden oder aufgrund der Größe des Gehäuses ungenutzt blieben.
Schleiz probierte alles, doch es sollte scheinbar nicht klappen – dann kam ein langer Ball und Eichelkraut.

In der Verlängerung brachte Schmedicke die Hausherren wieder früh in Front (97.) und das bangen begann von vorn, erschwert durch eine gelb-rote Karte für Picker (48. Foulspiel, 104. Handspiel), der somit auch in der nächsten Runde fehlen wird. „Die erste Halbzeit der Verlängerung lief wirklich alles andere als prächtig", merkt auch Eichelkraut an, der wiederum die taktische Umstellung auf eine asymmetrische Formation, um im Zentrum stärker besetzt zu sein, als eine „absolute Topentscheidung“ lobt. Mit durch den ersten Treffer gestärktem Selbstvertrauen schnappte er sich dann in der 117. Minute den Ball, um einen Elfmeter sicher zu verwandeln. Vorausgegangen war ein deutlich sicht- und hörbares Foul an Nukovic im Sechzehner (115.). Größtes Highlight der restlichen letzten 15 Minuten war eine gelbe Karte für unseren Betreuer Karsten Beyer, diesen Rüpel, der sich ganz frech hinter die gegnerische Torauslinie stellte.

Es ging also ins Elfmeterschießen, zu dem nichts weiter zu sagen ist, als dass Schleiz cool geblieben ist – es trafen souverän Kunte, Nukovic, Schubert und Voit -, Rothenstein jedoch zwei Bälle am Tor vorbeigesetzt hat und mit 4:7 ein für die leidenschaftlich agierende Rothenstein-Reserve extrem bitteres Ergebnis zu Buche steht, hatte diese doch zweimal geführt und zweimal kurz vor Abpfiff noch den Ausgleich hinnehmen müssen.

Umso größer ist die Erleichterung im FSV-Lager: Man hat sich zweimal zurückgekämpft, Moral bewiesen und gegen Ende hin die Nerven behalten. Ein kleiner Dämpfer ist da lediglich die unglückliche Picker-Sperre. "Es lief schwieriger als gedacht, aber nun freuen wir uns auf die nächste Runde!", resümiert der Doppeltorschütze die Partie.