FSV Schleiz e.V.

Ein Spiel, zwei Meinungen: (OTZ-Bericht FSV GW Stadtroda)

Alexander Hebenstreit, 09.10.2018

Ein Spiel, zwei Meinungen: (OTZ-Bericht FSV GW Stadtroda)

Karl Grohs (grün) traf in der 18. Minute vom Elfmeterpunkt zum 1:1. Hier wird er von Amel Nukovic gestellt. Foto: Marcus Schulze

 

Hochdramatische Schlussphase

Fußball, Landesklasse: In einer hochdramtischen Begegnung siegt Grün-Weiß Stadtroda über den FSV Schleiz 3:2 (1:1)

Von Marcus Schulze

 

Stadtroda. Der Stadionsprecher verkündete nach dem Abpfiff wahre Worte. Er charakterisierte die Schlussphase der Begegnung zwischen Grün-Weiß Stadtroda und dem FSV Schleiz da aus seinem kleinen Häuschen heraus – in dem es übrigens auch Gummibärchen gibt, man muss nur nett fragen – als hochdramatisch.

Und diese Meinung hatte er wahrlich nicht exklusiv. Denn im finalen Akt wurde der Grün-Weißen Fanseele doch so einiges zugemutet. Gleich einem Besuch im Theater standen alle Zeichen auf Katharsis, die Reinigung der Seele durch Erschütterung. Anders sind die Worte eines Fans nicht zu erklären, der sich um seine Nerven sorgte, schließlich sei diese Begegnung in der Landesklasse Gift für selbige. Es sei ein Nerven-Spiel. Es würde ihn regelrecht beuteln.

Besagte seelische Erschütterung kam in der Endphase in Form von Großchancen für die Gäste daher, die nach dem Anschlusstreffer von Markus Stankowski zum 2:3 (67.) auf den Ausgleich drängten. Aber mal so richtig. Drei Möglichkeiten waren es insgesamt, zweimal war Keeper Niklas Padutsch dafür verantwortlich, dass den Schleizern der Ausgleich nicht glückte. Erst entschärfte er einen Schuss von Markus Stankowski, der bereits davor das Tor nur knapp verfehlte. Später hielt er einen Kopfball von Frank Gerisch, der ihm das Leder direkt in die Arme spielte. Ja, der gute Niklas Padutsch stand goldrichtig. Nicht wenige hatten den Ball schon im Tor gesehen. Diese letzte Chance der Gäste war quasi der Gipfel der Erschütterung. „Wir müssen uns heute bei unserem Torwart bedanken. Er hat uns am Ende den Sieg gesichert“, resümierte Steffen Richter. Padutsch übernahm das Kommando zwischen den Pfosten für den am Daumen verletzten Maximilian Paul.

Letztlich hätten es die Möhre-Protagonisten nicht so spannend machen müssen, schließlich erarbeiteten sie sich in beiden Hälften Chancen, doch entweder war der Abschluss nicht von Erfolg gekrönt (Karl Grohs/Fritz Pöckel) oder es wurde die falsche Entscheidung getroffen (Simon Fuchs). In der 49. Minute gab es indes nichts zu beanstanden. Routinier Andreas Kittner bediente von rechts geradezu mustergültig den im Zentrum herbeistürmenden Simon Fuchs, der nur noch seinen Fuß hinhalten musste – 2:1.

Das 3:1 für Grün-Weiß in der 64. Spielminute war indes etwas für das Kuriositäten-Kabinett. Simon Fuchs schickte Marian Rennert, dem es im Zweikampf am Strafraum noch irgendwie gelang, den Ball gen Tor zu befördern. FSV-Schlussmann Alexander Hebenstreit kam indes herausgeeilt, doch das Leder rollte bereits gemächlich auf das Tor zu. Zwar versuchte André Hoyer noch den Ball von der Linie zu kratzen, doch das gelang nur bedingt, der Ball rollte – scheinbar – auf der Linie gen linken Pfosten. Keeper Hebenstreit rannte zurück, gab sogar den Becker-Hecht, doch der Unparteiische hatte das Leder bereits hinter der Linie gesehen. Ergo: Eigentor.

Die beiden Treffer während der ersten 45 Minuten waren beide Elfmeter. Der erste Strafstoß gebührte den Gästen, den Frank Gerisch (12.) verwandelte. Sechs Minuten später blieb Kapitän Karl Grohs ganz cool, glich zum 1:1 (18.) aus.

„Wir haben zweifelsohne verdient gewonnen, denn wir haben gekämpft, haben den dünnen Vorsprung über die Zeit retten können. Aber wir haben es uns auch mal wieder unnötig schwer gemacht, weil wir unsere Chancen am Anfang nicht genutzt haben. Über ein Unentschieden hätten wir uns am Ende auch nicht beschweren dürfen“, sagte Steffen Richter.

Die nervenaufreibende Schlussphase war für einen Zuschauer jedoch nur das Symptom eines grundlegenden Problems der Grün-Weißen: „Wir schaffen es nicht mehr, zu Hause souverän zu siegen.“ Steffen Richter pflichtete dem ohne Wenn und Aber bei. „Das ist unser Problem“, so der Coach.

 

Bericht des FSV Schleiz


Quelle:Marcus Schulze, OTZ Eisenberg/Stadtroda


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