1.Mannschaft : Spielbericht (2019/2020)

Landesklasse I
2. Spieltag - 16.08.2019 18:00 Uhr
SG VfR B. Lobenstein   FSV Schleiz
SG VfR B. Lobenstein 2 : 3 FSV Schleiz
(1 : 2)

Spielstatistik

Tore

Amel Nukovic, Marco Saß, Andre Hoyer

Assists

Frank Gerisch

Gelbe Karten

Amel Nukovic, Thomas Liebold, Lukas Nietsch, Frank Gerisch, Odaiphi Pham

Rote Karten

Martin Berger (35')

Zuschauer

340

Torfolge

1:0 (17')SG VfR B. Lobenstein
1:1 (35')Amel Nukovic
1:2 (39')Andre Hoyer
2:2 (46')SG VfR B. Lobenstein
2:3 (83')Marco Saß (Frank Gerisch)

FSV Schleiz behält in emotionalem Oberlandderby die Oberhand

Puh. Erst einmal durchatmen.

Wo fängt man an? Wo hört man auf? Es gibt viele Geschichten und einzelne Episoden, die man rund um das jüngste Oberlandderby zwischen dem VfR Bad Lobenstein und den FSV Schleiz erzählen könnte. Was aber letztlich als harter Fakt bleibt, ist, dass die Rennstädter mit 3:2 gewannen und damit die erste Mannschaft seit über 22 Monaten sind, die die Mauern der Festung Koseltal in einem Punktspiel überwand. Seit dem 3. Oktober 2017 – damals setzte es ein 0:4 gegen Motor Altenburg – unterlagen die Kurstädter in der Landesklasse nicht mehr in ihrem Wohnzimmer und auch auf dem Kunstrasen in der Poststraße gab es seit November 2017 keine Niederlage.

Dass es nun soweit kam, lag besonders an den Ereignissen rund um die 75. Minute. Bis dahin nagelten die Hausherren, die nach dem Platzverweis gegen Martin Berger ab der 35. Minute in Überzahl agierten, die Schwarz-Gelben in der eigenen Hälfte fest und drückten auf das Führungstor. Wirklich nennenswerte Chancen ließen die Mannen um Abwehrchef Mirko Horn jedoch seit dem Ausgleichstreffer nicht zu. Dann aber waren sie gleich doppelt im Glück, als zunächst Sebastian Mai und im Nachschuss auch noch Oliver Hölzel den Pfosten traf und das Bad Lobensteiner Unheil seinen Lauf nahm. Im Gegenzug war Frank Gerisch auf und davon, VfR-Keeper Richie Steinbach kam einen Schritt zu spät: Notbremse, Rot.

Der folgende Freistoß brachte zwar nichts ein, doch der FSV war wieder im Spiel. Zehn gegen zehn und das Wissen, dass kräftemäßig kaum eine Mannschaft der Landesklasse mithalten kann, sorgten für neue Belebung in der Offensive der Rennstädter und so gelang Marco Saß, der das Leder nach Gerischs Ablage im langen Eck versenkte, tatsächlich noch der Siegtreffer (83.). Dominik Aust, der in der Vorsaison noch in Schleiz spielte und nun ausgerechnet im Oberlandderby sein unverhofftes Debüt für die VfR-Erste gab – auch so eine Geschichte die man ausführlicher erzählen könnte – war machtlos. Ohne größere Aufreger brachten die Rennstädter die Führung über die Zeit, so dass auch Markus Stankowskis vergebener Riese mit dem Schlusspfiff nicht weiter schmerzte.

„Es war ein sehr emotionales und körperbetontes Derby. Aufgrund der völlig überzogenen roten Karte gegen Martin Berger hatte die Partie gleich frühzeitig einen sehr bitteren Beigeschmack. Dadurch wurde unser Matchplan völlig über den Haufen geworfen, aber bis auf ein paar wenige Situationen hatten wir das Spiel auch in Unterzahl ganz gut unter Kontrolle“, bilanzierte FSV-Coach Roger Fritzsch, der mit Blick auf Bergers Platzverweis – der sich zu einer verbalen Entgleisung in Richtung Publikum hinreißen ließ – und Hannes Kühnels Verletzung von einem teuer erkaufen Sieg sprach und auch Bad Lobensteins defensivem Anker Martin Wirth eine schnelle Genesung wünschte.

Rein von der Chronologie her startete dieses Oberlandderby vor 340 Zuschauern so richtig in der 17. Minute, als VfR-Torjäger Mai das Leder nach Markus Baers Ablage mit Schallgeschwindigkeit in die Maschen donnerte. Nicht weniger ansehnlich war Amel Nukovics Volley, der aus der zweiten Reihe zum Ausgleich einschlug. So richtig konnten die Rennstädter dieses Tor aber gar nicht feiern, denn noch vor der Spielfortsetzung stellte Schiedsrichter Jan Weltzien Berger nach Rücksprache mit seinem Assistenten vom Platz. Beinahe folgte die nächste kalte Dusche auf dem Fuß, als es Mai direkt vom Anstoß probierte und der auf Strafraumhöhe postierte Alexander Hebenstreit im Glück war, dass der Distanzschuss einen Tick zu hoch angesetzt war.

Stattdessen waren es die Kurstädter, die sich wenig später trotz Überzahl verdutzt anschauten. Steinbach konnte Saß‘ Schuss nicht festhalten und André Hoyer staubte zum 1:2 ab (39.). Die guten Schleizer Vorsätze mussten aber umgehend ad acta gelegt werden, denn mit dem Wiederanpfiff fiel nach gleichem Muster der Ausgleich: Den Schuss des eingewechselten David Linke konnte Hebenstreit nur vor Mais Füße abwehren, der zum 2:2 einschob. Von nun an spielte fast nur noch der VfR, während die Gäste leidenschaftlich verteidigten – mit Erfolg. Und als die numerische Gleichzahl wieder hergestellt war, holten sie ihrerseits zum Gegenschlag aus und bescherten den Kurstädtern ein Gefühl, das sie gar nicht mehr kannten: das einer Heimniederlage.


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